Kann man erlernen, Literatur zu schreiben?

„Wenn man Kunst akademisch lehren kann, dann gilt das gleiche ohne Frage auch für die Literatur“, ist NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (Quelle: Land NRW) anlässlich der Einführung eines neuen Studiengangs an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) überzeugt. Hier wird ab kommendem Wintersemester 2017/18 der Studiengang Literarisches Schreiben angeboten. Damit können sowohl Schriftsteller als auch angehende Autoren künftig also zumindest einen wissenschaftlichen Abschluss erlangen, der ihnen bescheinigt, dass sie in der Lage sind, Literatur zu verfassen. Ob hieraus auch gute Literatur entsteht, bleibt eine vage Hoffnung für die Zukunft – ganz ohne Talent wird es aber wohl weiterhin nicht gehen.

ulrich_peltzer frankfurter buchmesse 2015 fbm Buecherherbst Buecherblog Rueckblende Gastprofessur Presseschau

Ulrich Peltzer übernimmt die erste Gastprofessur des neuen Studiengangs. (c) Lesekreis (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

navid_kermani frankfurter buchmesse 2015 fbm Buecherherbst Buecherblog Presseschau Rueckblende KHM

Navid Kermani. (c) Lesekreis (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

Besonderer Anreiz dieses Studiengangs ist sicherlich durchaus, dass die Studierenden ihre Semester nicht lediglich an der Hochschule abspulen, sondern teils eine längere Zeit auf dem Gelände der Burg Hülshoff verbringen – dem Geburtshaus von Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. „Durch ihre Residenzphasen auf Burg Hülshoff erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich an einem literarisch geprägten Ort individuell auf ihre künstlerische Karriere vorzubereiten“, erläuterte Kulturministerin Christina Kampmann. „Burg Hülshoff wiederum wird von dem neuen Veranstaltungsangebot profitieren. Das bietet auch die Chance, sich zu einem neuen literarischen Zentrum des Landes zu entwickeln.“

Zugleich konnten renommierte Schriftsteller für das Literaturstudium gewonnen werden: Ulrich Peltzer, mehrfacher Literaturpreisträger, unter anderem für seinen Roman Das bessere Leben, übernimmt die erste Gastprofessur. Und Friedenspreisträger Navid Kermani ist begleitender Berater für den Aufbau des Studiengangs.

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

„Der europäische Landbote: Martin Schulz verkaufte vor seiner politischen Karriere Bücher. 2013 sprach er in seinem alten Laden in Würselen mit dem Freitag über Scheinriesen und große Erzählungen.“ (der Freitag)

„Shaping societies through culture: European Cultural Foundation will present four outstanding laureates with the 2017 ECF Princess Margriet Award for Culture: writer and journalist Aslı Erdoğan (Turkey), writer and scholar Navid Kermani (Germany), musician Luc Mishalle (Belgium), and visual artist Marina Naprushkina (Germany)“ (European Cultural Foundation)

Babylon Berlin startet im Herbst: Action, Sex, Verbrechen und 20er-Jahre-Flair – die Berlin-Krimis von Volker Kutscher sind Bestseller. Jetzt gibt es den genauen Starttermin für eine der aufwendigsten deutschen Serien.“ (Frankfurter Allgemeine)

„Die in Berlin lebende Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Düsseldorfer Literaturpreis 2017.“ (3sat)

„»Poesie ist die summende Stimme der Seele eines jeden Lebewesens«, so der Schriftsteller Galsan Tschinag. Er gehörte zu den Gästen der Poetica III in Köln. Die Lyrikerin und Essayistin Monika Rinck kuratierte das Weltliteraturfestival. Diskutiert wurde etwa über die Frage: Was ist die Seele?“ (Deutschlandradio Kultur)

„Überall Krisen, jetzt auch als Feuilleton-Debatte: Die deutschsprachige Literatur kann kein Deutsch mehr. Und die Schwurbeleien der Germanistik versteht kein Mensch. Aha.“ (ZEIT Online)

„»Wie ist das, wenn du dich einem Führer unterwirfst?« T.C. Boyle im Gespräch mit Nana Brink“ (Deutschlandradio Kultur)

Bertolt Brecht Buecherherbst Buecherblog Rueckblende Presseschau

Bertolt Brecht. (c) Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons]

Bertolt Brecht zwischen politischer Loyalität und Entsetzen: Im Literaturforum untersuchen Experten und Studenten die Bruchstellen zwischen seinem Schreiben und Denken.“ (Der Tagesspiegel)

„Der Hamburger Autor und Psychologe Michael Weins hat den Hubert-Fichte-Preis erhalten.“ (NDR)

„Die Lyrikerin, Erzählerin und Essayistin Ulrike Draesner beschließt ihre Frankfurter Poetikvorlesung mit einem Plädoyer für das Nutzlose.“ (Frankfurter Rundschau)

„Zum kreativen Arbeiten zieht sich der Schriftsteller Albert Ostermaier in seine »Schreibwohnung« in München zurück. Zur Mittagszeit spaziert er dann durch die Stadt. Andi Hörmann hat Albert Ostermaier eine Woche lang für unsere Reihe Originalton dabei begleitet.“ (Deutschlandradio Kultur)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s