Fotorückblick auf die fbm19

Es waren wieder bunte Tage mit einem anspruchsvollen Programm, aber auch starke Kontroversen (Literaturnobelpreis an Handke; dürfen Nazis auf der Buchmesse auftreten?) bei der Frankfurter Buchmesse 2019. Ein ausführlicher Messebericht ist noch in Planung, deshalb möchte ich erst einmal Bilder sprechen lassen und gebe folgend einen Fotorückblick auf meine Tage auf der fbm19:

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Viel Kontroverse bei der Buchmesse

Frankfurter Buchmesse 2019, 16. und 17. Oktober

Wahrscheinlich wurde noch nie so sehr über Literatur gestritten, wie auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Das liegt an zwei Auszeichnungen der vergangenen Tage: zum einen an der Vergabe des Literaturnobelpreises an Peter Handke, die für viele Kontroversen gesorgt hat; und zum anderen an der unmittelbaren Kritik von Saša Stanišic, frisch ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2019, der die Nobelpreisvergabe heftig kritisierte. Dies zog sich weiter bis zur heutigen Aufzeichnung des Literarischen Quartetts, bei dem ebenso heftig wie kontrovers über die Auszeichnung für Handke diskutiert wurde.

Darüber hinaus waren meine ersten beiden fbm19-Tage wieder sehr politisch. Natürlich stand der Klimawandel im Vordergrund, aber auch mit Künstlicher Intelligenz und die Auswirkungen auf Demokratie und Gesellschaft sowie die Zukunft Europas wurde sich auseinander gesetzt.

Folgend möchte ich euch einen kleinen fotografischen Rückblick meiner ersten beiden Tage auf der Buchmesse geben:

Mein Programm bei der fbm19

Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober 2019

IFrankfurter Buchmesse fbm19 Buecherherbst Logon wenigen Tagen, am kommenden Mittwoch, startet die Frankfurter Buchmesse 2019 mit einem umfassenden Veranstaltungsprogramm. Bis Sonntag sind dann weit mehr als 3.000 Veranstaltungen zu sehen. Vier Tage lang werde ich via Twitter (@buecherherbst) sowie hier auf dem Blog über das Geschehen vor Ort berichten. Dafür habe ich mir ein umfangreiches Programm zusammengestellt.

Einen Überblick über das vollständige Programm findet man in der Veranstaltungsübersicht der Messe. Online bietet sich die Möglichkeit, das Programm nach Datum, Genre oder Veranstaltungsart zu durchsuchen und eine eigene Merkliste anzulegen.

Wer ein paar Inspirationen braucht oder keine Lust hat, sich einen eigenen ausführlichen Zeitplan zusammenzubasteln, hier meine vorläufige Planung für die fbm19:

täglich

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Zum Meer

Fort.
Doch die Rückkehr ist gewiss.
Be-rauschend.
Stundenweiser Genuss.
Aufbrausend.
Und ebenso zurückweichend.
Flanierend von links nach rechts.
Von rechts nach links.
Ob einsam oder begleitet,
niemals alleine.
Gigantisch und grenzenlos,
begrenzt ist die Sicht.
Tragend,
mal tragisch.
Alle Sinne ansprechend,
neuen Sinn gebend.

Meer Holland Buecherherbst Buecherblog

Tag 2 der lbm19

Politisch war mein zweiter Tag auf der Leipziger Buchmesse: Ex-Innenminister Thomas de Maiziere sprach über die „Innenansichten der Politik“. Anschließend diskutierten Jakob Augstein und Nikolaus Blome über „Oben und Unten“ in der deutschen Gesellschaft; Prof. Nils Franke machte das Gedankenspiel, was passiert, wenn man die „Rechten“ beim Wort nimmt; und die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber berichtete aus dem Innenleben des braunen Sumpfes.

Klarer Höhepunkt war aber die Vorstellung von Bela B.s Debütroman Scharnow auf dem Blauen Sofa – ein absolut skurriles wie auch lesenswertes Buch. Und der Musiker der Ärzte konnte es sich nicht nehmen lassen, wiederholt zu betonen, dass es das Buch bereits auf die Spiegel Bestsellerliste geschafft hat – was er sich direkt auf’s T-Shirt hat drucken lassen.

Hier kommt mein Fotorückblick zu Tag zwei auf der Leipziger Buchmesse:

Tag 1 der lbm19

Mit dem Höhepunkt der Preisverleihung zum „Preis der Leipziger Buchmesse 2019“ schloss der erste Tag der Leipziger Buchmesse 2019. Ausgezeichnet wurden für ihre Werke Anke Stelling (Belletristik / Schäfchen im Trockenen), Harald Jähner (Sachbuch / Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955) und Eva Ruth Wemme (Übersetzung / Verlorener Morgen von Gabriela Adameşteanu).

Doch auch darüber hinaus gab es wieder zahlreiche sehenswerte Stände und spannende Veranstaltungen, zu denen ich im Nachgang der Buchmesse noch berichten möchte. Zunächst einmal mein Fotorückblick auf Tag eins der Leipziger Buchmesse:

Viel Programm bei der lbm19

Leipziger Buchmesse / Leipzig liest vom 21. bis 24. März 2019

Leipziger Buchmesse lbm18 pdlbm18 Buecherherbst Buecherblog Messehalle

Messehalle

In wenigen Tagen, am kommenden Donnerstag, 21. März, startet die Leipziger Buchmesse 2019 mit einem umfassenden Veranstaltungsprogramm Leipzig liest. Bis Sonntag sind dann rund 3.600 Veranstaltungen an 550 Orten in und um Leipzig zu sehen. Drei Tage lang werde ich via Twitter (@buecherherbst) sowie hier auf dem Blog über das Geschehen vor Ort berichten. Dafür habe ich mir ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Vorderstes Kriterium war, dass die Veranstaltungen auf dem Messegelände stattfinden, da das Pendeln zwischen Messe und sonstigen Veranstaltungen im Stadtgebiet viel Zeit kostet und man hierdurch zugleich einige spannende Veranstaltungen verpassen würde – was nicht bedeutet, dass ein Blick auf das Programm im sonstigen Stadtgebiet nicht lohnenswert wäre. Einen Überblick über das vollständige Programm findet man im Downloadbereich der Messe. Online bietet sich zudem die Möglichkeit, Leipzig liest nach Datum, Genre oder Veranstaltungsart zu durchsuchen oder aber per Les-O-Mat den Zufall entscheiden zu lassen.

Wer ein paar Inspirationen braucht oder keine Lust hat, sich einen eigenen ausführlichen Zeitplan zusammenzubasteln, hier meine vorläufige Planung für Leipzig liest auf dem Messegelände:

täglich

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Die Nominierten der lbm19

In gut einem Monat beginnt die Leipziger Buchmesse. Mehr als 350 Buchtitel wurden für den Preis der Leipziger Buchmesse eingereicht – jetzt hat die Jury die Nominierten in den drei Kategorien bekannt gegeben. Welcher Titel mein jeweiliger Favorit ist, werde ich in der Woche der #lbm19 schreiben. Zunächst möchte ich die Nominierten vorstellen und Rezensionshinweise geben:

Belletristik

Kenah Cusanit – Babel

Cusanit Babel Hanser lbm19 pdlbm„1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes.“ (Hanser)

„Die Altorientalistin Kenah Cusanit hat recherchiert und mit „Babel“ einen klugen, lebensweisen und subtil witzigen Roman über Koldewey und sein Grabungsprojekt geschrieben.“ (SWR)

„Der Roman hat die Gestalt einer ebenso gelehrsamen wie unterhaltsamen, mitunter saukomischen Babel-Rhapsodie. Ein komödiantisches Meisterwerk ist der Autorin auf Anhieb gelungen.“ (Deutschlandradio Kultur)

„Kenah Cusanit schafft es, dass das Lesen dieses Buches selbst einer Expedition gleicht, Vor- und Zurückblättern sowie Google-Recherchen zu den historischen Hintergründen inklusive.“ (taz)

Matthias Nawrat – Der traurige Gast

Nawrat traurige Gast rowohlt lbm19 pdlbm„Es ist der Winter des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Ein Mann ohne Namen beobachtet seine prekäre Nachbarschaft mit wachsender Beunruhigung. Über Gespräche und Begegnungen, den Blick in die eigene Biographie wie auf vergangene Lebensgeschichten, sucht er Antworten auf die Frage nach dem Wesen des Menschen, dem Leben, dem Tod. Der traurige Gast ist eine Selbst- und Weltbefragung von bestrickender erzählerischer Intensität. Ein philosophischer und zutiefst menschlicher Roman, der weiß, was Verlieren, Verdrängen, Neu-Ankommen bedeuten. “ (rowohlt)

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Bücher statt Böller

Buchtipps: Belletristik, Politik, Sachbuch, für Kinder
buecherherbst buecherblog Startlinie 2019

Es ist ein beliebtes Ritual, an Silvester – und leider auch schon weitaus davor – Raketen in die Luft zu schießen und einem (für mich) nicht nachvollziehbarem Böllerwahn zu frönen. Abgesehen von der Vorstellung, wie viele sinnvolle Projekte man mit diesem ganzen verfeuerten Geld unterstützen könnte, verstehe ich ohnehin nicht, warum in einer ganzjährig lauten Welt das Jahresende mit einem noch lauterem Knall beendet respektive das neue Jahr begonnen werden sollte. Anstatt zu Jahresbeginn Kraft zu tanken, um wichtige oder schöne Vorhaben anzugehen, wird in Übermaß Geld ausgegeben für wenige Sekunden „Spaß“.

Für alle Menschen, die sich das Geld gespart haben und lieber das neue Jahr mit guten Büchern beginnen möchten, habe ich ein paar Buchtipps für den Start in 2019 – oder für den ruhigen letzten Abend des Jahres, denn da die meisten Buchhandlungen auch am 31. Dezember geöffnet haben, kann man schnell nochmal lostigern, um neuen Lesestoff zu besorgen.

Belletristik

Rietzschel Faust Welt schlagen Buecherherbst BuecherblogLukas Rietzschel – Mit der Faust in die Welt schlagen, 320 Seiten

Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es. Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische  Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land. (Ullstein)

Die Gefluechteten von Viet Thanh NguyenViet Thanh Nguyen – Die Geflüchteten, 320 Seiten

Ein junger vietnamesischer Geflüchteter gerät in den späten Siebzigerjahren in eine Schwulen-WG in San Francisco und erleidet einen profunden Kulturschock; ein Physikprofessor mit Demenz im Frühstadium beginnt, seine Frau mit einer Geliebten aus der alten Heimat zu verwechseln; eine junge Frau besucht ihre Halbgeschwister in Ho-Chi-Minh-Stadt und gibt vor im Einwanderungsland Amerika erfolgreicher zu sein, als sie eigentlich ist.

Stilistisch brillant und scharf beobachtet, beleuchtet Viet Than Nguyen die Sehnsüchte jener, die ihr Herkunftsland verlassen müssen, um woanders neu anzufangen, das Leben zwischen zwei Welten, die Hoffnungen und Härten, die mit der Migration verbunden sind, und den Wunsch nach Verortung und Selbstverwirklichung, der unser aller Leben prägt. Ein fesselndes Zeugnis der universellen Erfahrung von Verlust, Flucht, Vertreibung und der Suche nach der eigenen Identität. (Blessing)

Volker Kutscher Marlow Buecherherbst BuecherblogVolker Kutscher – Marlow, 560 Seiten

Berlin, Spätsommer 1935. In der Familie Rath geht jeder seiner Wege. Pflegesohn Fritz marschiert mit der HJ zum Nürnberger Reichsparteitag, Charly schlägt sich als Anwaltsgehilfin und Privatdetektivin durch, während sich Gereon Rath, mittlerweile zum Oberkommissar befördert, mit den Todesfällen befassen muss, die sonst niemand haben will.  Ein tödlicher Verkehrsunfall weckt seinen Jagdinstinkt, obwohl seine Vorgesetzten ihm den Fall entziehen und ihn in eine andere Abteilung versetzen.

Es geht um Hermann Göring, der erpresst werden soll, um geheime Akten, Morphium und schmutzige Politik. Und um Charlys Lebenstrauma, den Tod ihres Vaters. Und um den Mann, mit dem Rath nie wieder etwas zu tun haben wollte: den Unterweltkönig Johann Marlow. (Piper)

Dark Town Mullen buecherherbst buecherblogThomas Mullen – Darktown, 480 Seiten

Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in »Darktown«, dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das niemanden zu interessieren – bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs – und ihr Leben –, um den Fall zu lösen.

Darktown ist ein hochatmosphärisches, komplex erzähltes und mitreißendes Krimi-Epos, eine kluge literarische Erkundung der Themen Rassismus, Korruption und Gerechtigkeit. (DuMont Buchverlag)

Sarr Afrotopia buecherherbst buecherblogFelwine Sarr – Afrotopia, 200 Seiten

„Dunkler Kontinent“, „Elendsgebiet“ oder „Rohstofflager der Welt“, noch immer denken und reden wir über Afrika in Stereotypen. Und noch immer ist der Maßstab, mit dem wir den Zustand und die Perspektive des Kontinents beurteilen, das Entwicklungsmodell des Westens, selbst wenn sich dieses weltweit als höchst zerstörerisch erwiesen hat. In seinem bahnbrechenden Manifest, das zugleich Analyse und Utopie ist, fordert Felwine Sarr eine wirkliche Entkolonialisierung Afrikas, indem es sich auf seine vergessenen und verdrängten geistigen Ressourcen zurückbesinnt, ohne gleichwohl den Kontakt mit der Moderne zu verleugnen. So findet sich eine Fülle kulturellen und geistigen Reichtums, die auf ein anderes, ausgeglicheneres Verhältnis zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Natur verweist. Die afrikanische Kulturrevolution bietet dabei auch für den Rest des Planeten dringend benötigte Ansätze, um eine bewusstere und würdevollere Zivilisation zu begründen. In 35 Jahren wird ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika zuhause sein – höchste Zeit, die verborgene Lebenskraft des Kontinents zu entdecken und das Zeitalter des Afrofuturismus einzuläuten. (Matthes & Seitz)

Das politische Buch

Steinmeier Demokratie buecherherbst buecherblogFrank-Walter Steinmeier – Es lebe unsere Demokratie, 48 Seiten

Der 9. November 1918 ist die Geburtsstunde der Republik in Deutschland. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellt in seiner fulminanten Rede zum hundertsten Jahrestag, die hier erstmals in Buchform erscheint, dieses Ereignis in eine deutsche Tradition von erkämpfter Freiheit, auf die wir stolz sein können – ohne die Abgründe zu verdrängen, die ebenso mit dem 9. November verbunden sind. Nicht zuletzt erinnert uns dieses Datum daran, dass Demokratie und Freiheit auch heute keine Selbstverständlichkeit sind. (Siedler Verlag)

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Die Menschlichkeit bewahren

Buchtipp: Ha Jin – Nanking Requiem

Ha Jin Nanking Requiem Buchtipp Ullstein Buecherblog BuecherherbstEin lange Zeit kaum bekanntes, wenig beachtetes Kapitel des Zweiten Weltkrieges (genauer gesagt: des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges) ereignete sich fernab der europäischen Aufmerksamkeit und des Nazi-Holocausts: die Massaker von Nanking 1937. Von diesen menschenverachtenden, bestialischen Gräueltaten der japanischen Besatzer an der chinesischen Bevölkerung erzählt Ha Jin in seinem Roman Nanking Requiem. Der chinesisch-amerikanische Autor berichtet schonungslos und schockierend über die Kriegsverbrechen in der chinesischen Hauptstadt, bei denen vermutlich mehr als 200.000 Menschen ermordet und über 20.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt wurden (Conventional War Crimes).

Das Unmögliche tun, das ist die Krönung unseres Daseins.

Ha Jin schildert den müßigen Alltag der flüchtenden Chinesen, der geprägt ist von Angst, Gewalt und Verzicht; und die mutige Geschichte der Amerikanerin Minnie Vautrin, die im amerikanischen College in Nanking eine Sicherheitszone sowie ein gigantisches Flüchtlingslager für Frauen und Kinder aufbaute, um so viele Leben zu retten wie ihr es möglich war. Dieser Antikriegsroman ist ein eindringlicher Aufruf, auch in dunkelsten Zeiten die Menschlichkeit zu bewahren.

Info

Ha Jin – Nanking Requiem

Ullstein Buchverlage, 2014, übersetzt von Susanne Hornfeck, 352 Seiten, ISBN-13 9783548611914

Stets eine Reise wert

Zeitgenoessisches Forum Leipzig Ausstellung Comics Buecherhotel Buecherblog Buecherherbst Mosaik 5

Immer wieder gerne komme ich nach Leipzig – eine Stadt zwischen deutscher Geschichte und hipper Modernität. Hier gibt es viel zu entdecken, auch und insbesondere für Bücherfreunde. Einige Tipps hatte ich bereits bei meinem letzten Besuch gegeben (Auf Büchersuche in Leipzig). Dieses Mal spielte der Zufall mit: Da der avisierte Campingplatz an der Leipziger Seelandschaft ausgebucht war, führte der Weg direkt ins Stadtzentrum, ins „Book Hotel“, ein Hotel rund um das Thema Bücher. Hier bot sich an jeder Ecke eine Möglichkeit, zu lesen oder in offenen Bücherschränken zu stöbern.

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Lesekreise sind das neue „Must Do“

Rückblende: Presseschau 28. Juli bis 6. August

Amazon Leseflatrate kindle unlimited Presseschau Buecherblog BuecherherbstFür manche ist es ein wahrgewordener Traum, für andere das Ende des gedruckten Buches: Onlinehändler Amazon bietet mit Kindle Unlimited eine digitale Leseflatrate mit mehr als einer Million E-Books und hunderten Hörbüchern. Das Problem für Leser und Autoren stellt Adrian Lobe bei ZEIT Online heraus: „Amazon hat einen bizarren Kosmos geschaffen, in dem Patent-Trolling und Nonsensliteratur ihre Blüten treiben.“ (ZEIT Online) Drastischer äußerte sich Mark Coker, Gründer und CEO von Smashwords, insbesondere über die Möglichkeit des unkontrollierten Selfpublishing: „It’s a cancer. It’s going to undermine the entire Publishing industry.“ (The Atlantic) Jetzt muss ein stärker forcierter digitaler Buchmarkt mit einigen „niederschwelligen“ Angeboten nicht per se Teufelswerk sein, trotzdem muss man sich fragen, ob dies im Sinne von Lesern und vor allem im Sinne der Verlage ist, die hier einem stärker werdenden Unterbietungswettbewerb ausgesetzt sind.

Buecher Buchclub Presseschau Buecherblog BuecherherbstEigentlich galten Lesekreise lange Jahre als aus der Mode gekommen, nur etwas für gesellige Teerunden, die viel Zeit für’s Lesen aufbringen können und gerne über Gelesenes plaudern möchten. Doch inzwischen bilden sich in immer mehr Städten neue Lesekreise – und das ist nicht nur etwas für ältere Semester oder nerdige Germanistikstudenten. Welt-Redakteurin Hannah Lühmann stellte unlängst fest, dass „Intellekt oder jedenfalls seine Behauptung […] accessoiretauglich geworden“ sei (Warum weibliche Megastars jetzt Buchclubs gründen). Denn auch immer mehr Stars vereinen ihr Lesevergnügen in gemeinsamen Runden, diese scheine „das neue ‚Must Do‘ in der Welt der Stars zu sein“. Zumindest lässt sich feststellen: Es ist ausnahmsweise ein wirklich nachahmenswerter, wohltuender Trend.

Weitere Themen der vergangenen Tage:

„Freshta Karim hat in Oxford studiert. Trotz aller Gefahren ist die junge Afghanin in ihre Heimat zurückgekehrt – und fährt nun mit einem Bus voller Bücher durch die Straßen Kabuls.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Der Verlag verkauft es als Sensation, und das ist es auch: Ein deutscher Zeichner darf einen frankobelgischen Comic-Klassiker fortsetzen. Zu Besuch bei Flix, der „Spirou in Berlin“ gezeichnet hat.“ (Welt Online)

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Hätte Hitler gestoppt werden können?

Buchtipp: Robert Harris – München

Robert Harris Muenchen Rezension Buecherblog BuecherherbstEs ist eines der am häufigsten durchgespielten Szenarien der Weltgeschichte: Was wäre gewesen, wenn Adolf Hitler vor Beginn des Zweiten Weltkriegs ermordet worden wäre? Wäre es überhaupt zum Krieg gekommen? Wie hätte Deutschland sich entwickelt, wäre ein Attentäter erfolgreich gewesen? Und genauso wird das historische Drehbuch umgekehrt gerne neu geschrieben: Hätte Deutschland den Krieg früher begonnen, hätte es zu einem siegreichen Ende für die Nazis geführt? Genau an diesem Scheideweg der Geschichte spielt Robert Harris‘ neuester Roman München.

Die Ausgangslage ist historisch verbrieft: 1938 trafen sich die Regierungschefs des Deutschen Reiches, Italiens, Großbritanniens und Frankreichs samt Delegationen in München. Hitler war bestrebt, die Sudetenkrise (Autonomie der Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei) schnellstens – und notfalls kriegerisch – zu lösen. Großbritannien wollte auf diplomatischem Wege den kriegerischen Einmarsch der Wehrmacht in der Tschechoslowakei verhindern und war zu weitreichenden Zugeständnissen bereit (Appeasement-Politik).

Entlang dieser geschichtlichen Gegebenheiten strickt Harris eine packende Fiktion aus der Sicht zweier Diplomaten, die an den Verhandlungen teilnehmen und sich seit ihrer gemeinsamen Studienzeit in England kennen. Es gibt gleich mehrere Gelegenheiten auf beiden Seiten, die Geschichte zu beeinflussen und die Gräuel des Weltkrieges vielleicht zu verhindern. Robert Harris gelingt es, Weltgeschichte zu einem soliden und doch auch spannenden Roman zu konstruieren, der die Dramatik jenseits des bevorstehenden Krieges schildert – obwohl man den Ausgang eigentlich ja schon kennt.

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Den Hass in seine Schranken weisen

Rezension: Carolin Emcke – Gegen den Hass

Carolin Emcke gegen Hass Rezension Buecherblog BuecherherbstClausnitz. Februar 2016. Eine Flüchtlingsunterkunft. Davor: ein Bus; darin: überwiegend Frauen und Kinder, irritiert, wütend, verängstigt nach draußen blickend, einige weinend. Rund um den Bus hat sich ein tobender Mob formiert – der blanke Hass. Als „die Schande von Clausnitz“ wird diese düstere Szenerie deutschlandweit für Schlagzeilen sorgen und in Erinnerung bleiben. Es sollte ein normaler Transport von geflüchteten Menschen zu ihrer Notunterkunft sein. Doch es wird zum Symbol für den ausländer- und flüchtlingsfeindlichen „Wutbürger“. Wie konnte es so weit kommen? Warum waren die Bürger so voller Hass? Und auf wen eigentlich? Auf die hilflosen Menschen im Bus, die gerade eine brutale Flucht quer durch Europa überlebt haben? Nahmen die Clausnitzer die Businsassen überhaupt als Menschen wahr oder richtete sich ihr Hass schlichtweg gegen die allgemeine gesellschaftliche Situation?

Diesen Fragen geht Friedenspreis-Trägerin Carolin Emcke in ihrem Buch Gegen den Hass nach und versucht den Hass, dieses Gefühl der Abneigung, dieser Aggression der Bürger dieses ostdeutschen Dorfes im Speziellen sowie einem Teil der deutschen Gesellschaft im Allgemeinen, zu verstehen und die Ursachen zu erklären. Erschreckend bei der Aufarbeitung ist, dass die Hassenden sich ihrer Sache uneingeschränkt sicher sind, keine Zweifel aufkommen lassen, dass sie auf der richtigen Seite stehen und vollkommen undifferenziert sind in ihrer Betrachtung – sowohl gegenüber den Menschen in dem Bus, als auch gegen das vertikale „Andere“ („die da oben“). Der hier auftretende Hass ist „kollektiv und ideologisch geformt“, macht Emcke deutlich.

Ein kulturelles Gewohnheitsrecht kann und darf nicht die Menschenrechte aushebeln.

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Zu wenig kulturelle Vielfalt in Kinderbüchern

Rückblende: Presseschau 20. bis 27. Juli

Kinderbuch pixabay buchblog buecherherbstEs ist ein erschreckendes Ergebnis, zu dem britische Forscher nun kamen: Diversität kommt in Kinderbüchern so gut wie gar nicht vor. Das Center for Literacy in Primary Education (CLPE) führte die Studie Reflecting Realities durch und untersuchte 9.115 im Jahr 2017 erschienene Kinderbücher darauf, ob und wie sie kulturelle Vielfalt repräsentieren (Quelle: CLPE). Dabei kam heraus, dass in gerade einmal vier Prozent der Bücher (391) eine Figur einer ethnischen Minderheit angehört. In nur einem Prozent war dies die Hauptfigur. „Vergleichbare Zahlen für den deutschsprachigen Buchmarkt gibt es nicht“, erklärte Barbara Jakob, Fachreferentin beim Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM). Den Befund, dass es in Kinderbüchern wenig kulturelle Vielfalt gebe, könne sie aber aus ihrer Sicht klar bestätigen (SRF). Ein besorgniserregendes Fazit zog CLPE Programme Leader Farrah Serroukh: „[If] children do not see their realities reflected back at them, the impact can be tremendously damaging.“

Weitere Themen der vergangenen Tage:

„‚Ohne euch ist Italien verloren‘: Der Schriftsteller Roberto Saviano prangert das Schweigen in seinem Land an und appelliert an Italiens Intellektuelle, gegen die Angriffe auf Demokratie und Bürgerrechte aufzustehen.“ (Gastbeitrag in Süddeutsche Zeitung)

Mailand gilt als Heimat der italienischen Aufklärung. Später als Hort glänzender Literaten wie Alessandro Manzoni oder Umberto Eco und Sitz bedeutender, linker Verlage wie Feltrinelli.“ (Deutschlandfunk Kultur)

„Sie schrieb Jugendbuchklassiker wie Wir pfeifen auf den Gurkenkönig und die Gretchen Sackmeier-Reihe: Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben.“ (Spiegel Online)

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Marx ist noch nicht tot

Buchempfehlungen zum 200. Geburtstag von Karl Marx

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Es entbehrt nicht einer gewissen Absurdität:

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Lange Zeit galt Karl Marx als rotes Tuch politischer Theorien und Vordenker. Selbst Linke scheuten sich, den Namen oder seine Theorien in den Mund zu nehmen. Doch je näher der 200. Geburtstag dieses herausragenden Gesellschaftstheoretikers rückte, umso häufiger und vor allem positiver wurden seine Gedanken wieder besprochen. Natürlich kann kein Politiker die Absicht haben, Marx‘ sozialkommunistische Ideen zu glorifizieren, wie sie im sowjetischen Kommunismus umgesetzt wurden. Dies hat zu tausenden von Toten und zur Unterdrückung der Gesellschaft geführt. Doch es ist auch umgekehrt falsch, Marx für die Gräueltaten in Osteuropa und Ostdeutschland verantwortlich zu machen, wie dies beispielsweise Hubertus Knabe, wissenschaftlicher Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, apodiktisch tut („Ein Vordenker der Diktatur“). Marx hat sich vielmehr stets für die Freiheit eingesetzt. So ging er mehrfach ins Exil, um sich die Pressefreiheit zu erhalten, wie Marx-Biograf Jürgen Neffe erklärte. Oder in den Worten Willy Brandts: „Was immer man aus Marx gemacht hat: Das Streben nach Freiheit, nach Befreiung der Menschen aus Knechtschaft und unwürdiger Abhängigkeit war Motiv seines Handelns.“ (aus: Jürgen Neffe – Marx. Der Unvollendete)

Steckt vielleicht doch eine erstrebenswerte gesellschaftliche Vision in Marx Theorie? Zumindest die Kritik am in der westlichen Welt vorherrschenden Kapitalismus wächst exponentiell. Henrik Müller beobachtet gar, dass der Kapitalismus „gerade zugrunde zu gehen [scheint] – ganz ohne Revolution“ (Spiegel Online). Deshalb rät der Autor in seiner Kolumne, es Marx gleich zu tun und „mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, um die großen Umbrüche der Gegenwart frühzeitig zu erkennen.“ Im ZDF lief gar ein Dokumentationsdrama Karl Marx – Der deutsche Prophet (Hier in der Mediathek verfügbar), der den „Weltgeist“ zum „wirkmächtigste[n] deutsche[n] Denker“ hochstilisiert (Die Kritik zum Film gibt es bei ZEIT Online).

Am morgigen 5. Mai würde Karl Marx seinen 200. Geburtstag feiern. Nicht zufällig erscheinen in diesem Jahr anlässlich #Marx200 zahlreiche Bücher, die Marx‘ Leben nachzeichnen oder die Marx’sche Kritik in die heutige Zeit übertragen. Im folgenden möchte ich einige lesenswerte Werke zu Marx und seinen Theorien vorstellen:

Jürgen Neffe – Marx. Der Unvollendete

Marx Der Unvollendete von Juergen Neffe randomhouse buecherherbst buecherblog marx200

(c) randomhouse

„Die aktuelle Biografie über Leben und Werk des Philosophen und Gesellschaftskritikers. Karl Marx, der revolutionäre Querkopf und Vordenker des 19. Jahrhunderts, ist wieder da. Seit der Kommunismus in seinem Namen – aber nicht in seinem Sinne – Geschichte ist, feiert er ein bemerkenswertes Comeback. Anlässlich seines 200. Geburtstags erkundet Jürgen Neffe dessen Ursachen – in Marx´ Schriften wie in seiner Biografie. Er schildert das Leben eines Flüchtlings und geduldeten Staatenlosen, der für seine Überzeugungen keine Opfer scheut. Weder Krankheit, Armut, Ehekrisen noch Familientragödien halten ihn davon ab, beharrlich an seinem Werk zu arbeiten. Mit seiner Analyse des Kapitalismus als entfesseltes System sagt er die globalisierte Welt unserer Tage bis hin zur Finanzkrise voraus.“ (Bertelsmann)

Jari Banas – „Das Kapital“ in Farbe

Jari Banas Marx Kapital Comic VSA buecherherbst buecherblog marx200

(c) VSA Verlag

„Marx‘ Kapital lehrt nicht nur Kapi­talisten das Fürchten. Sondern oft auch jene, die es verstehen wollen. Der JARICOMIC schafft Abhilfe: Die lockerste Einführung in das Kapital seit seinem Erscheinen. […] Seit der Großen Krise 2007/08 ist Marx wieder auf der großen Bühne der gesellschaftspolitischen Debatte angekommen. Doch vielen ist die Lektüre von Das Kapital zu mühselig – und das nicht zu Unrecht: ‚Schwere Kost‘ (Wladimir Klitschko). Allerdings gibt es nun keine Ausreden mehr: Anlässlich des 150-jährigen Erscheinens von Marx‘ Opus Magnum (in Hamburg, wo sonst) hat JARI seine Einführung auf den neuesten Stand gebracht.“ (VSA Verlag)

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Kein Literaturnobelpreis 2018?

Rückblende: Presseschau 16. bis 29. April

Buchhandlung Oesterreich Preistraeger buecherherbst buecherblog pixabay

Auszeichnung I: Seit kurzem können sich Inhaber unabhängiger Buchhandlungen um den Deutschen Buchhandlungspreis 2018 bewerben. „Wir laden [die unabhängigen Buchhändlerinnen und Buchhändler in Deutschland] ein, Flagge zu zeigen für das Buch als Kulturgut und für die inhabergeführte Buchhandlung vor Ort“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters. „Denn was wäre die Welt ohne Bücher? Mit diesem Preis will die Bundesregierung den wertvollen Beitrag sichtbar machen, den Buchhändlerinnen und Buchhändler für die kulturelle Vielfalt überall in Deutschland leisten – ob in der Großstadt oder in den ländlichen Regionen.“ (Bundesregierung)

buechersammlung-literatur-nobelpreis-bücherherbst bücherblogAuszeichnung II: Der Literaturnobelpreis ist die höchste Ehre, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller erlangen können – zumindest galt dies bislang. Doch nun erschüttert das Bekanntwerden einer Reihe von sexuellen Übergriffen die Schwedische Akademie, die den Preis vergibt. „Nach den jüngsten Rücktritten ist sie nicht mehr handlungsfähig“, konstatiert das Handelsblatt („Sexuelle Übergriffe, Rücktritte, Protest“). Inzwischen wird bereits darüber nachgedacht, den Literaturnobelpreis in diesem Jahr gar nicht zu vergeben. Dies geschah zuletzt zwischen 1940 und 1943, als Nazideutschland den Kontinent mit einem Weltkrieg in Schutt und Asche legte und Millionen Menschen sterben mussten („Akademie erwägt, auf Vergabe des Literaturnobelpreises zu verzichten“). Derweil werden weitere Details bekannt („Auch Kronprinzessin Victoria soll sexuell belästigt worden sein“) und die Regeln für die Aufstellung des Gremiums wurden angepasst („König ändert Regeln der Schwedischen Akademie“).

Lesepreis Lesen Oma Kinder pixabay buecherherbst buecherblog rueckblende presseschauAuszeichnung III: Aktuell läuft die Bewerbungsphase für den Deutschen Lesepreis 2018. Teilnehmen können „Personen und Einrichtungen, die sich für die Leseförderung stark machen“. Eingereicht werden können die Projekte bis 30. Juni unter www.deutscher-lesepreis.de. Der Deutsche Lesepreis wird erstmalig in sechs Kategorien verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. (Ausschreibung Deutscher Lesepreis 2018)

Weitere Themen der vergangenen Tage:

Run & Ride for Reading: NRW-Innenminister Herbert Reul, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Henning Krautmacher von den Höhnern und viele weitere prominente Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft waren anlässlich der Eröffnung des 100. Leseclubs im Köln-Bonner Raum in die Katharina-Henoth-Gesamtschule gekommen.“ (Rheinische Anzeigenblätter)

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Wo es sich gut lesen lässt

Meine Urlaubstage habe ich genutzt, um ein wenig zu reisen. Selbstverständlich hatte ich auch ausreichend Bücher im Gepäck. Zur absoluten Entspannung benötigt es auch nicht viel mehr als eine gute Lektüre – und das Rauschen des Wassers. Diese geistige Befriedigung hatte ich sowohl am Gardasee in Moniga (Italien), als auch an der Nordsee in Julianadorp (Niederlande).

Ebenfalls nicht fehlen durfte ein Besuch in der örtlichen Buchhandlung. Auf den Kauf eines deutschsprachigen Buches habe ich dann jedoch verzichtet, die Auswahl entsprach nicht so ganz meinen Lesevorlieben… Dafür gab es direkt in der Nähe einen ganz pfiffigen offenen Bücherschrank. Einzig der Stauraum litt etwas unter der Originalität.

Gelesen habe ich übrigens Andrej Nikolaidis‘ Der ungarische Satz sowie Emma Jane Kirbys Der Optiker von Lampedusa.

„Menschenrechte enden an keiner Grenze“

Rückblende: Presseschau 26. März bis 8. April

Tagung-Verlegen-Projekt-Rueckblende Presseschau Buecherherbst Buecherblog Indieverlage

© Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner Fotografie

Mehr als 60 Independent-Verleger kamen kürzlich auf Einladung der Kunststiftung NRW zu einer Arbeitstagung „Verlegen als künstlerisches Projekt?“ zusammen. Das Treffen endete mit einer gemeinsamen Veröffentlichung: der Düsseldorfer Erklärung unabhängiger Verlage, die unter anderem in ihrer Präambel festhält, dass „die unabhängigen Verlage […] die künstlerische und thematische Vielfalt unserer kulturellen Landschaft zur Stärkung der Weltoffenheit, Demokratie und Vielheit unserer Gesellschaft“ gewährleisten. Ziel sei es gewesen, „den beteiligten Verlagen ein Diskussionsforum zu bieten, um über ihre aktuelle Lage, ihre Bedeutung für das kulturelle Leben und existenzsichernde Maßnahmen zu sprechen“. (Kunststiftung NRW)

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Buchhandlungen sind ein Ort der Ruhe (Symbolbild)

Sie sind ein wohliger, gemütlicher Rückzugsort für alle Buchliebhaber: die Buchhandlungen vor Ort. In Österreich wurden nun die fünf besten des Landes ausgezeichnet. „Mit modernen Ideen und persönlichem Profil“ seien sie „kundenorientierte Konzepte auch in Zeiten von internationalen Internetriesen“, begründete die Jury. Die Preisträger sind: Buchhandlung Alex in Linz, Hartliebs Bücher in Wien, Buchhandlung Leporello in Wien, Buchhandlung Plautz in Gleisdorf sowie Liber Wiederin in Innsbruck. (Hauptverband des Österreichischen Buchhandels)

Der kleine Prinz Antoine de Saint Exupery Geburtstag Buecherherbst BuecherblogDer kleine Prinz wird 75: Man sollte viel häufiger diese tiefsinnige, wundervolle Geschichte lesen – es ist stets der richtige Moment, um nochmals das Buch aus dem Regal zu nehmen. Dabei sollte man kurz über das Wunder und den Sinn des Seins sowie die Bedeutung in der heutigen Zeit nachdenken (Das Eigentliche ist unsichtbar). „Unikate im Tessiner Dialekt, Ausgaben mit Blindenschrift oder ein Buch mit Widmung Che Guevaras: In Lausanne befindet sich die grösste Sammlung zum Klassiker Der kleine Prinz.“ (SRF)

Weitere Themen der vergangenen Tage:

„Der Autor und Jugendkulturforscher Klaus Farin hat mit einer Gruppe überwiegend Berliner Schriftsteller eine Petition gegen die Erklärung 2018 gestartet. ‚Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt‘, heißt es darin.“ (Ch. Links Blog)

Hannah Arendts Essay Die Freiheit, frei zu sein aus den Sechzigern ist seit Wochen in den Bestsellerlisten. Warum eigentlich? Und was sagt das über uns? Ein Gespräch mit dem Philosophen Thomas Meyer.“ (FAZ)

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