„Werke von Autorinnen noch stark unterrepräsentiert“

Liberaturpreis Nominierung Abstimmung weibliche Literatur Buecherherbst Buecherblog LitpromUnter all den zahlreichen monatlichen Neuerscheinungen gibt es immer wieder einige herausragende Bücher, die viel zu wenig Beachtung erfahren. Deshalb lohnt auch ein Blick über den Tellerrand hinaus.

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Die im Vorjahr ausgezeichnete Laksmi Pamunjak.

So vergibt litprom alljährlich den LiBeraturpreis, der Titel von Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt auszeichnet. „Zugrunde liegt die Tatsache, dass Übersetzungen aktueller Werke von Autorinnen aus den entsprechenden Ländern auf dem deutschen Buchmarkt immer noch stark unterrepräsentiert sind und weiblichen Stimmen nach wie vor eine deutlich geringere mediale Aufmerksamkeit zukommt“, stellt der Verein heraus. Im vergangenen Jahr gewann Laksmi Pamuntjak mit Alle Farben Rot die angesehene Auszeichnung.

Noch bis zum 31. Mai läuft die Abstimmungsrunde für diesen Publikumspreis, der ebenfalls im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Insgesamt sind zehn Autorinnen in diesem Jahr nominiert. Ein Blick auf die Nominierten zeichnet ein spannendes, abwechslungsreiches Themenbild von Autorinnen jenseits des Mainstreams – einfach mal reinschauen: LiBeraturpreis 2017.

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

„Der Kölner Kulturrat vergibt in diesem Jahr wieder die Auszeichnung Kulturereignis des Jahres. Der Preisträger wurde in der Vergangenheit jeweils durch eine Bevölkerungsumfrage ermittelt […]. Da die lit.COLOGNE aber jedes Mal mit großem Abstand gewinnt, wurde das Festival zunächst nur alle 3 Jahre zugelassen – und nun ganz von der Nominierung ausgeschlossen.“ (lit.Cologne)

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Kann man erlernen, Literatur zu schreiben?

„Wenn man Kunst akademisch lehren kann, dann gilt das gleiche ohne Frage auch für die Literatur“, ist NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (Quelle: Land NRW) anlässlich der Einführung eines neuen Studiengangs an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) überzeugt. Hier wird ab kommendem Wintersemester 2017/18 der Studiengang Literarisches Schreiben angeboten. Damit können sowohl Schriftsteller als auch angehende Autoren künftig also zumindest einen wissenschaftlichen Abschluss erlangen, der ihnen bescheinigt, dass sie in der Lage sind, Literatur zu verfassen. Ob hieraus auch gute Literatur entsteht, bleibt eine vage Hoffnung für die Zukunft – ganz ohne Talent wird es aber wohl weiterhin nicht gehen.

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Ulrich Peltzer übernimmt die erste Gastprofessur des neuen Studiengangs. (c) Lesekreis (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

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Navid Kermani. (c) Lesekreis (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

Besonderer Anreiz dieses Studiengangs ist sicherlich durchaus, dass die Studierenden ihre Semester nicht lediglich an der Hochschule abspulen, sondern teils eine längere Zeit auf dem Gelände der Burg Hülshoff verbringen – dem Geburtshaus von Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. „Durch ihre Residenzphasen auf Burg Hülshoff erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich an einem literarisch geprägten Ort individuell auf ihre künstlerische Karriere vorzubereiten“, erläuterte Kulturministerin Christina Kampmann. „Burg Hülshoff wiederum wird von dem neuen Veranstaltungsangebot profitieren. Das bietet auch die Chance, sich zu einem neuen literarischen Zentrum des Landes zu entwickeln.“

Zugleich konnten renommierte Schriftsteller für das Literaturstudium gewonnen werden: Ulrich Peltzer, mehrfacher Literaturpreisträger, unter anderem für seinen Roman Das bessere Leben, übernimmt die erste Gastprofessur. Und Friedenspreisträger Navid Kermani ist begleitender Berater für den Aufbau des Studiengangs.

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

„Der europäische Landbote: Martin Schulz verkaufte vor seiner politischen Karriere Bücher. 2013 sprach er in seinem alten Laden in Würselen mit dem Freitag über Scheinriesen und große Erzählungen.“ (der Freitag)

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Barack Obama: „Als Kind liebte ich es, zu lesen“

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Barack Hussein Obama (c) Official White House Photo by Pete Souza (P120612PS-0463 (direct link)) [Public domain], via Wikimedia Commons

In der vergangenen Woche endete die Amtszeit von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten. Man kann womöglich unterschiedlicher Meinung über sein politisches Erbe sein, doch mit der Amtsübernahme durch Donald Trump wird überdeutlich, welch außergewöhnliche Persönlichkeit Obama war – und welch gebildeter Mensch (insbesondere im Vergleich zu Dumpfpopulist Trump). Der Literaturkritikerin Michiko Kakutani von der New York Times gab der scheidende US-Präsident ein letztes Interview (President Obama on What Books Mean to Him), über sein Amt und über Literatur, und wie er oft haderte und dass „ihm die Literatur dann aus seinen Zweifeln heraushalf“ (Süddeutsche Zeitung). Außerdem erzählt er bewegend von seiner Kindheit: „Als Kind liebte ich es, zu lesen. Zum Teil, weil ich so viel unterwegs war. Es gab Zeiten, da war ich ein Außenseiter. Als ich nach Indonesien kam, war ich dieses große, dunkelhäutige Kind, das irgendwie auffiel. Als ich dann von Indonesien zurück nach Hawaii zog, hatte ich wahrscheinlich die Umgangsformen und Gewohnheiten eines indonesischen Kindes. Die Vorstellung also, dass es Welten gibt, die man mitnehmen kann, die einem selbst gehören, in die man einsteigen kann, fand ich aufregend.“ (Das vollständige Interview gibt es bei SZ Plus: Was lesen Sie, Mr. President?)

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

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(c) ZDF / Jule Roehr

„Was bleibt vom Literarischen Quartett? Maxim Biller steigt aus dem Literarischen Quartett aus, dieser vor knapp anderthalb Jahren begonnenen Wiederbelebung der unter Marcel Reich-Ranicki legendär gewordenen Kritikerrunde im ZDF.“ (NDR)

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Orte des Wissens und der Ruhe

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(c) Carina Döring / pixelio.de

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(c) Rainer Sturm / pixelio.de

Sie sind Stellen der Ruhe, eine Rückzugsmöglichkeit in hektischen Zeiten; sie sind generationenübergreifende, soziale Treffpunkte und Orte des (beinahe unbegrenzten) Wissens: Bibliotheken sind ein unerlässliches kulturelles Erbe. Doch sie können noch mehr sein als ein Raum, gefüllt mit deckenhohen Regalen voller Bücher und anderer Medien. So manch eine Bibliothek ist ein architektonisches Kunstwerk.

Die schönsten Bibliotheken hatte Spiegel Online kürzlich in einer Fotostrecke vereint: „Edles Material, hohe Räume, ehrfürchtige Atmosphäre: Rund um den Globus haben Architekten dem gedruckten Wissen beeindruckende Gebäude gewidmet“ (Kathedralen des Wissens).

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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(c) Ot (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

Carolin Emcke ist eine der wichtigsten Intellektuellen der Bundesrepublik und diesjährige Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels. Es sind die drängenden Themen unserer Zeit über die sie nachdenkt, vor denen sie sich nicht wegduckt, die sie analysiert, für deren öffentliche Diskussion sie sich engagiert: Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit, Gewalt, Rassismus.“ Weiterlesen

Die Leser entscheiden mit

Hotlist 2016 Independent VerlageNeben den bekannten Buchpreisen, die im Rahmen der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig vergeben werden, gibt es auch noch zahlreiche weitere. Einer dieser nicht ganz so im Vordergrund stehenden Buchpreise ist die Hotlist, welche Bücher von unabhängigen Verlagen prämiert. Noch bis 6. Juni läuft hierzu die Bewerbungsphase für die Verlage. Aufgenommen werden die unterschiedlichsten Titel: Lyrik, Prosa, Essays, erzählendes Sachbuch, zeitgenössische oder alte Autoren, deutschsprachige oder übersetzte Titel, das besondere Buch. Im nächsten Schritt entscheiden eine Jury sowie das Publikum (online) ab 24. Juni über die Zusammensetzung der Top Ten der Hotlist. Neben dem Hauptpreis wird auch der Melusine-Huss-Preis ausgelobt, der durch Buchhändler an einen der auf der Hotlist vertretenen Independent-Verlage vergeben wird.

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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Netzwerkerin mit viel Herzblut

BücherFrauenIm Rahmen meiner Rückblende Anfang April (Mehr Aufmerksamkeit für weibliche Stimmen“) berichtete ich über die aktuell laufende Abstimmungsphase für den LiBeraturpreis des Vereins Litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, der Werke von Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt auszeichnet. Nun wurde Litprom-Geschäftsleiterin Anita Djafari als BücherFrau des Jahres 2016 ausgezeichnet („Neue BücherFrau des Jahres“), ein Preis der alljährlich vom Netzwerk BücherFrauen/Women in Publishing vergeben wird. Zur Begründung heißt es, dass Djafari eine „unermüdliche Netzwerkerin [sei], die ihre Projekte mit unbändiger Energie und viel Herzblut vorantreibt“ („Mit Herzblut für die Weltliteratur“).

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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Mit kreativen Ideen gegen Onlinehändler

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Eine außergewöhnliche Buchhandlung in Buenos Aires. (c) David [CC BY 2.0, via Wikimedia Commons]

Amazon hatte unlängst angekündigt, zahlreiche eigene stationäre Buchhandlungen eröffnen zu wollen. Zunächst ist das Projekt in Nordamerika vorgesehen, für Europa gibt es wohl noch keine Pläne. Für zahlreiche kleine, unabhängige Buchläden, die es ohnehin schon schwer haben gegen die Onlinehändler, könnte diese zusätzliche Konkurrenz der Todesstoß sein. „Italienische Literatur, amerikanische Raritäten und gelegentlich ein original englischer Snack: Als Buchhändler muss man heutzutage kreativ sein“, weiß die Süddeutsche Zeitung. „Mit welcher Hingabe und Liebe Buchfan Browner sein Geschäft führt, spürt man schon beim ersten Schritt in seinen Laden, der so gar nicht aussieht wie eine normale Buchhandlung. Gedämpftes Licht, gemütliche Atmosphäre, es ist fast, als säße man in John Browners Wohnzimmer. Die dunkelbraunen Bücherregale stehen nicht akkurat an der Wand, sie machen aus dem Raum ein Labyrinth der Weisheit.“

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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