Buchpreise im Vergleich

In den vergangenen Tagen wurden die Shortlists für zwei bedeutende Buchpreise bekannt gegeben: den Deutschen BuchpreisLogo Deutscher Buchpreis 2017 Buecherherbst Buecherblog (Shortlist #dbp17: Die Kieferninseln, Romeo oder Julia, Außer sich, Die Hauptstadt, Das Floß der Medusa, Schlafende Sonne) sowie den Man Booker Prize (Shortlist #mbp17: Exit West, Autumn, History of Wolves, Elmet, Lincoln in the Bardo, 4 3 2 1). In ungefähr einem Monat stehen dann die Gewinner fest. Bis dahin darf diskutiert werden, wer zurecht auf der Shortlist gelandet ist und wer nicht, aber auch, wer am Ende das Rennen machen wird. Da es mir unmöglich ist, alle Bücher selbst zu lesen, verzichte ich, in der Diskussion mitzuspielen.Man Booker Prize Buecherherbst Buecherblog

Stattdessen möchte ich – wie bereits bei der Bekanntgabe der Longlist zum Deutschen Buchpreis – einen kurzen Blick auf die Statistiken werfen: Wie viele Seiten haben die Bücher jeweils? Wie alt sind die Autoren? Wie ist das Verhältnis der Geschlechter? Interessant finde ich dabei den Vergleich zwischen den Buchpreisen. Hotlist unabhängige Verlage Buecherherbst buecherblogUm einige weitere Daten einfließen zu lassen, habe ich noch den ZDF-„aspekte“-Literaturpreis 2017 (Shortlist: Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens, Niemand ist bei den Kälbern, Der Club, Blaupause, Ein fauler Gott, Außer sich) sowie die Hotlist (Hotlist 2017: Notre-Dame-de-la-Merci, Halb Taube halb Pfau, Schwimmerbecken, Strategien der Wirtsfindung, Als ob sie träumend gingen, Das einsame Begräbnis, Über Grenzen, Goldgefasste Finsternis, Geisel, Die Fahnen) mit aufgenommen.

Für Leser ist die Anzahl an Seiten durchaus ein relevanter Faktor, ob ein Buch gekauft und gelesen wird, oder nicht. Deshalb soll zunächst ein Vergleich der Seiten je nominiertem Buch gezogen werden.

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Heiße Phase im Rennen um die Buchpreise hat begonnen

dbp17 Jury Christina Weiss buecherherbst buecherblog buchpreis

Die dbp17-Jury: Tobias Lehmkuhl, Maria Gazetti, Katja Gasser, Lothar Schröder, Silke Behl, Mara Delius, Christian Dunker (v.l.). (c) Christina Weiß

In den vergangenen Tagen ging das Rennen um verschiedene Buchpreise in die heiße Phase. Zunächst wurde die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 mit noch zwanzig verbliebenen Titeln bekannt gegeben. Jetzt liegt es an der Jury, hieraus die sechsbuchige Shortlist herauszupellen – und alle Leser dürfen spekulieren und über die Nominierungen diskutieren. „Während Juroren im Verborgenen um den besten Roman ringen, redet das Publikum am Spielfeldrand mit: besserwisserisch, kenntnisreich und leidenschaftlich“, kommentierte die Neue Zürcher Zeitung. Wer sich einen Eindruck von Autoren und Büchern des #dbp17 machen möchte, kann dies bei mehreren Blind-Date-Lesungen, die in der kommenden Woche starten. Einen Überblick zu den Terminen findet man hier: Literarische Blind Dates. Verliehen wird der Deutsche Buchpreis am 9. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

Wilhelm Raabe Literaturpreis buecherherbst bucherblogDarüber hinaus wurde kürzlich auch die Shortlist für den Wilhelm Raabe Literaturpreis verkündet – eine äußerst bedeutende, aber oftmals sehr im Schatten des großen Buchpreises stehende Auszeichnung, vergeben von Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig. Interessanterweise gibt es gleich zwei Überschneidungen zwischen Wilhelm Raabe Literaturpreis sowie Deutschem Buchpreis: Jonas Lüscher (Kraft) und Ingo Schulze (Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst) stehen auf beiden Listen, was zumindest für die Qualität der Bücher spricht, aber nicht unbedingt eine Auszeichnung garantiert.

Hotlist unabhängige Verlage Buecherherbst buecherblogVorgestern endete zudem die Abstimmungsphase für die Hotlist, den Publikumspreis für die unabhängigen Verlage. Im September wird die endgültige Zusammenstellung veröffentlicht. Die drei Bücher mit den meisten Stimmen der Onlineabstimmung sind sicher dabei, sieben weitere Bücher werden durch die Jury bestimmt.

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

„Der österreichische Literat Franzobel (50), mit bürgerlichem Namen Franz Stefan Griebl, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Nicolas-Born-Preis 2017 des Landes Niedersachsen.“ (3sat)

„Literatur als Deko-Soap: Wer sich heute durch Buchblogs und soziale Medien klickt, trifft auf ein bestimmtes Verhältnis zur Literatur: Wohlfühlen und Kitsch.“ (ZEIT Online)

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Fotorückblick zum Buchmessesamstag [fbm16]

buchmesse-frankfurt-fbm16-buecherblog-buecherherbst-amnesty-bus-refugeeswelcomeLaksmi Pamunjak Liberaturpreis fbm16 Anstrengend und trotzdem das wohl schönste Wochenende des Jahres: Heute war der erste Publikumstag der Frankfurter Buchmesse. Und hier konnte man gleich eine Vielzahl an Autoren erleben und spannende Bücher entdecken. Folgend gibt es einen ersten kleinen Fotorückblick – leider zunächst nur die Handyfotos, die Kamerafotos folgen morgen.

 

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Der Fremde im eigenen Körper

melle-welt-im-ruecken-rezension-buecherherbst-buecherblog-fbm16-dbp16Wann ist ein Film oscarreif? Wann hat ein Kunstwerk das Praemium Imperiale verdient? Wann ist ein Buch buchpreiswürdig? Nicht zuletzt bei der Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan wurde vortrefflich darüber gestritten, ob eine literarische Auszeichnung einem Musiker verliehen werden darf. Und auch nach der Bekanntgabe der Shortlist zum Deutschen Buchpreis gab es durchaus zahlreiche kritische Stimmen, dass einige der Werke nicht den Ansprüchen einer solchen Prämierung gerecht würden. So hat kürzlich Maxim Biller im Literarischen Quartett unter anderem auch Thomas Melles Werk Die Welt im Rücken als literarisch vollkommen wertlos dargestellt. In dem Buch finden sich sicherlich durchaus von der Literaturkritik zu beanstandende Elemente, beispielsweise, dass der Handlungsstrang nicht zwingend stringent ist, es womöglich nicht ganz so leicht ist, Zugang zum Erzähler zu erhalten, oder auch die fließende Grenze zwischen Roman und Sachbuch. Nichtsdestotrotz hat Die Welt im Rücken einen kaum zu ermessenden Wert: Der Autor setzt sich mit dem eigenen, für viele Menschen kaum begreiflichen und kaum bekannten Krankheitsbild der Bipolarität auseinander und holt die Krankheit sowie die Betroffenen aus einer dunklen Ecke, um die viele Menschen einen weiten Bogen machen. Er schneidet sich bei lebendigem Leib seine kranke Seele heraus und stellt sie in einem Schaufenster öffentlich aus. Für diesen mutigen Umgang mit der eigenen Verletzlichkeit hat Thomas Melle den Deutschen Buchpreis verdient.

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Geheimnis gelüftet: das Pseudonym Elena Ferrante

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(c) Peter Nimsch/pixelio.de

Es gibt viele Möglichkeiten, den Erfolg eines Buches zu beeinflussen. Zuvorderst natürlich eine umfangreiche Werbekampagne. Manchmal stellt sich auch ein unerklärlicher Internethype ein, um ein Buch, das vielleicht selbst der veröffentlichende Verlag nicht als Bestseller auf dem Schirm hatte. Selbstverständlich ist ein bekannter Autorenname oftmals schon ausreichend, um auf den Verkaufslisten weit oben zu landen. Doch auch umgekehrt kann dies gelingen: Es gibt einige Beispiele, dass unter Pseudonym veröffentlichte Bücher erst recht außergewöhnlich gute Verkaufszahlen nachweisen können.

Warum bekannte oder bis dahin unbekannte Autoren unter einem Pseudonym veröffentlichen, kann vielfältige Gründe haben. So möchte manch Autor beispielsweise seinen Marktwert testen, wie dies Stephen King tat, der unter dem Namen Richard Bachman veröffentlichte. Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling schrieb unter dem Namen Robert Galbraith Romane, was sie damit erklärte, dass sie „ohne Hype und Erwartungen arbeiten und ein völlig ungeschminktes Feedback erhalten“ wollte. Weitere bekannte historische Beispiele sind Emil Sinclair (Hermann Hesse), Mary Westmacott (Agatha Christie) oder Jule Brand (Kerstin Gier).

Manch ein Autor möchte hingegen einfach nur anonym bleiben und veröffentlicht deshalb nicht unter dem eigenen bürgerlichen Namen. Eines der bekanntesten Beispiele ist die italienische Erfolgsautorin Elena Ferrante. Weiterlesen

Die finalen Sechs [Shortlist #dbp16]

buchpreis-dbp16-buecherherbst-buecherblog-collage-nominierte-coverDas sind sie also, die sechs Auserwählten für den Deutschen Buchpreis 2016: Philipp Winkler / Hool, Eva Schmidt / Ein langes Jahr, Thomas Melle / Die Welt im Rücken, André Kubiczek / Skizze eines Sommers, Bodo Kirchhoff / Widerfahrnis sowie Reinhard Kaiser-Mühlecker / Fremde Seele, dunkler Wald. Da bereits die Longlist für viele eine Liste der Überraschungen war, kommt die Shortlist nicht mehr ganz so verblüffend daher.Deutscher Buchpreis dbp16 fbm16 Buchmesse Buchblog Buecherherbst

Wie bereits bei der Bekanntgabe der Longlist (Die Nominierten), wird auf eine Bewertung der Shortlist verzichtet. Stattdessen möchte ich die Statistiken auf die reduzierte Auswahl an Büchern respektive Autoren übertragen.

Geschlecht
Im Vergleich zur Longlist hat sich das Verhältnis zwischen Männern und Frauen nochmals zu Ungunsten der Frauen verschoben: fünf Autoren (83 Prozent, Longlist: 70 Prozent), lediglich noch eine Autorin (17 Prozent).buchpreis-dbp16-buecherherbst-buecherblog-statistik-geschlecht

Alter der Autoren
Bemerkenswert in Bezug auf das Alter der Nominierten ist, dass mit Philipp Winkler und Reinhard Kaiser-Mühlecker gleich zwei von fünf zwischen 25 und 34 Jahren sind, während bei der Longlist noch die Altersklasse zwischen 55 und 64 Jahren (30 Prozent) klar führend war. Deutlicher wird es bei Betrachtung der Geburtsjahrzehnte: Hier ist der einzige Ausreißer, dass zwei Autoren in den 1980er Jahren (33 Prozent) geboren wurden, bei der Longlist führten die 1950er und 60er Jahre deutlich mit insgesamt 65 Prozent.buchpreis-dbp16-buecherherbst-buecherblog-statistik-alter-neu

 

Seitenanzahl
Zuletzt nochmals ein Blick auf den Seitenumfang. Außergewöhnlich finde ich, dass sich hierbei im Durchschnitt kaum etwas getan hat: Auf der Longlist hatten die Bücher eine durchschnittliche Seitenanzahl von 306,65, auf der Shortlist hat sich dies nur geringfügig minimiert auf durchschnittlich 297,66 Seiten. Die beiden Bücher der Longlist mit den Extremwerten, Michelle Steinbecks Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (153 Seiten) sowie Arnold Stadlers Rauschzeit (552 Seiten) fallen hier aufgrund der Nichtberücksichtigung aus der Statistik. Ein „dicker Schinken“ ist somit ohnehin nicht dabei, so dass das umfangreichste Buch, André Kubiczeks Skizze eines Sommers, nicht einmal halb so viele Seiten hat wie der letztjährige Buchpreisgewinner Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969 mit 817 Seiten. Eva Schmidt geht als einzige verbliebene Frau übrigens mit dem dünnsten Buch (212) ins Rennen um den Deutschen Buchpreis.buchpreis-dbp16-buecherherbst-buecherblog-statistik-seitenanzahl

Weitere Buchpreise, weitere Nominierte

Spannende Entdeckungen abseits des Deutschen Buchpreises NachdemFußballbuch des Jahres Fußballkultur Buecherherbst Buecherblog Buchpreis kürzlich die Longlist zum #dbp16 bekannt gegeben wurde (hier habe ich ein paar Statistiken hierzu aufbereitet: Die Nominierten), warten alle gespannt auf die Shortlist. Doch neben dem bedeutendsten Buchpreis im deutschsprachigen Raum wurden aktuell weitere Bücher für Auszeichnungen nominiert: So wurde die Shortlist zum Fußballbuch des Jahres 2016 der Deutschen Akademie für Fußballkultur bekannt gegeben, ebenso wie die Hotlist, bei der die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen geehrt werden.Buecherherbst Buecherblog Hotlist Buchpreis

Außerdem: „Ende August beginnt in Paris jedes Jahr aufs Neue die Jagd der Verlage nach den großen Literaturpreisen. Rund 600 Romane werden auf den Buchmarkt geworfen. Die Medien diskutieren aber nur über 30 bis 40. Wessen Autor den wichtigsten Preis, den Prix Goncourt, gewinnt, darf sich freuen.“ (Deutschlandradio Kultur)

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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Endlich neuer Lesestoff! [Wunschliste August & September]

Wunschliste Buecherherbst Buecherblog Neuerscheinungen Verlage VerlagsvorschauNachdem ich im Januar meine Wunschliste (letztes Update: Kurzer Zwischenspurt) für das erste Halbjahr aufgestellt hatte, versuche ich in der Fortsetzung in kleineren Zeiträumen zu denken und habe sie lediglich für August und September zusammengestellt. Vielleicht klappt es bei zwei Monaten besser, einzuschätzen, welche Anzahl an Büchern ich wirklich in einem Zeitraum X lesen kann, um den SuB nicht unnötigerweise und zu extrem zu vergrößern – mir ist natürlich bereits jetzt klar, dass das eine oder andere Buch über die Wunschliste hinaus noch hinzu kommt.

Des weiteren habe ich darauf geachtet, dass ich nur Bücher auf die Liste setze, die weniger als 400 Seiten haben. Denn im Alltag ist es für mich nur schwerlich möglich, einen 800-Seiten-Schmöker innerhalb von zwei Wochen zu lesen und zugleich inhaltlich sowie rezensionistisch am Ball zu bleiben. Selbstverständlich habe ich mir sogleich eine Einschränkung auferlegt, um diese Regel auszuhebeln: Bücher, die ich unbedingt in meinem Regal stehen haben, jedoch weder sofort lesen noch irgendwann rezensieren möchte, dürfen auch mehr als 400 Seiten haben und gekauft werden. Hierzu gehört in den nächsten Wochen Höllensturz von Ian Kershaw. Der Blick in die Verlagsvorschauen hat es mir allerdings durchaus einfach gemacht, hier habe ich kein Buch ausgemacht, das ich unbedingt unmittelbar lesen möchte und das über 400 Seite stark ist – so wie es im ersten Halbjahr beispielsweise bei Juli Zehs Unterleuten oder Ryan Gattis‘ In den Straßen die Wut war. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich aufgrund eines guten Tipps noch weitere (dickere) Bücher kurzfristig hinzufüge.

Einschränkend in Bezug auf den Kauf der Bücher, die ich für Ende September auf der Wunschliste habe, kommt hinzu, dass am 20. September die Shortlist für den Deutschen Buchpreis (Longlist: 23. August) bekannt gegeben wird. Sollte die Auswahl mich ansprechen, möchte ich hiervon bis zur #fbm16 – ebenfalls je nach jeweiliger Seitenanzahl – zwei oder drei Bücher lesen.

Jetzt möchte ich euch aber erst einmal die Bücher meiner neuen Wunschliste (sortiert nach Erscheinungsdatum) vorstellen: Weiterlesen