Auszeichnung für Brückengrün

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(c) Christoph Boekheler, Frankfurt am Main

Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Deshalb setzt man gerne eine fachkundige Jury zusammen, die darüber entscheidet, was aktuell als schön empfunden werden sollte. Nun hat die Stiftung Buchkunst den Architekturführer Köln als das schönste deutsche Buch des Jahres mit dem Preis der Stiftung Buchkunst prämiert. Wer zunächst das äußere des Buches betrachtet, wird wohl kaum auf die Idee kommen, dieses für die Schlichtheit, die es darstellt, auszuzeichnen. Doch selbst die äußere Gestaltung, vielmehr die Farbgebung, wurde ausdrücklich lobend erwähnt: Das Brückengrün erinnere an die Farbe der Kölner Brücken – darauf muss man auch erst einmal kommen. Inhaltlich handelt der Band – wie der Name schon verrät – von 103 architektonischen Projekten seit 1932. „So ist das ganze Buch ein dialektisches Spiel zwischen Schein und Sein, klein und groß, karg und reich“, begründet die Jury ihre Entscheidung (Der Preis der Stiftung Buchkunst steht fest!).

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Weitere Buchpreise, weitere Nominierte

Spannende Entdeckungen abseits des Deutschen Buchpreises NachdemFußballbuch des Jahres Fußballkultur Buecherherbst Buecherblog Buchpreis kürzlich die Longlist zum #dbp16 bekannt gegeben wurde (hier habe ich ein paar Statistiken hierzu aufbereitet: Die Nominierten), warten alle gespannt auf die Shortlist. Doch neben dem bedeutendsten Buchpreis im deutschsprachigen Raum wurden aktuell weitere Bücher für Auszeichnungen nominiert: So wurde die Shortlist zum Fußballbuch des Jahres 2016 der Deutschen Akademie für Fußballkultur bekannt gegeben, ebenso wie die Hotlist, bei der die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen geehrt werden.Buecherherbst Buecherblog Hotlist Buchpreis

Außerdem: „Ende August beginnt in Paris jedes Jahr aufs Neue die Jagd der Verlage nach den großen Literaturpreisen. Rund 600 Romane werden auf den Buchmarkt geworfen. Die Medien diskutieren aber nur über 30 bis 40. Wessen Autor den wichtigsten Preis, den Prix Goncourt, gewinnt, darf sich freuen.“ (Deutschlandradio Kultur)

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Global klicken, lokal kaufen: Ist bald Schluss für Buchhandel.de?

logoDie Händler in den deutschen Innenstädten versuchen alles, um den Kampf gegen den Onlinehandel nicht zu verlieren und das Aussterben der „kleinen“ Geschäfte zu verhindern. Das veränderte Einkaufsverhalten der Menschen, die sich oftmals vor Ort beraten lassen oder die Ware genauer anschauen, um letztlich doch online zu kaufen, bedroht die Existenz der Fachhandlungen. Gerade der Buchhandel – vielleicht wenige große Ketten ausgenommen – ist massiv bedroht durch das Abwandern der Kunden in die Onlineshops. Schließlich müssen Buchkäufer das gewünschte Produkt nicht zwingend in den Händen halten (oder anprobieren). Eine Beratung ist ebenfalls nicht unbedingt vonnöten, immerhin handelt es sich nicht um komplizierte Technik, sondern ein Produkt, das wie kaum ein zweites aufgrund von individuellen Vorlieben gekauft wird. Deshalb versuchten die Buchhandlungen gegenzusteuern und richteten eigene Onlineshops ein – also online einkaufen und trotzdem den lokalen Händler unterstützen. Um eine noch bessere Vernetzung und Auffindbarkeit zu erreichen, nutzen hunderte Buchhandlungen die Plattform von Buchhandel.de, die Buy Local mit ihrem Prinzip Global klicken, lokal kaufen hervorragend an die veränderten Begebenheiten angepasst hat.

Jedoch mehren sich die Anzeichen, dass die Buchhandelsplattform nicht rentabel ist und vor einer ungewissen Zukunft steht. So berichtet das Börsenblatt von teils hitzigen Debatten auf der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung – und von Stimmen, die lieber „ein Ende mit Schrecken“ möchten, da viele „Mitglieder […] unter diesen Bedingungen offenbar keine Zukunft für das Gemeinschaftsportal“ sehen (Quelle: Buchtage Leipzig: Hauptversammlung debattiert über buchhandel.de). Sicherlich dürfen wirtschaftliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden – leider stehen sie zumeist ohnehin an vorderster Stelle bei der Betrachtung der Rentabilität -, doch wäre das Ende von Buchhandel.de zugleich ein verheerendes Zeichen, dass gegen Amazon (stellvertretend für die großen monopolistischen Onlineplattformen) kein Kraut gewachsen ist.

Und auch für alle Bücherkäufer hätte es unschöne Auswirkungen Weiterlesen

Bücher machen glücklich

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(c) birgitH/pixelio.de

Lesen entspannt. Lesen begeistert. Lesen verbindet Menschen. Doch macht es auch glücklicher? Dieser Frage ging Ceridwen Dovey in ihrer Kolumne Can Reading Make You Happier? beim New Yorker vor einiger Zeit nach. Sicherlich verbindet jeder Mensch eine andere Vorstellung damit, warum man gerne ein Buch in die Hand nimmt und in eine Geschichte eintaucht. All das, was das Lesen mit sich bringt – die Entspannung, das Vergnügen, Abschalten vom Alltag, neue Perspektiven kennenlernen – macht mich in der Summe glücklich. Es ist ein regelmäßiges Entgegenfiebern auf den Moment, allabendlich das Buch aufzublättern und einige Seiten zu lesen, seien es auch nur zehn oder zwanzig. Genauso glücklich macht aber auch der Kauf von Büchern, das Entdecken von neuen Geheimtipps oder großen Werken. Und natürlich auch das Besitzen – der hierdurch ermöglichte Blick in ein wunderschönes Bücherregal. Ich kann Doveys Frage für mich selbst also mit einem klaren Ja beantworten.

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Die schönsten deutschen Bücher

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Die Stiftung Buchkunst hat die schönsten Bücher ausgewählt. [Screenshot]

Natürlich, Bücher sind zum Lesen da. Doch macht es sowohl das Kaufvergnügen als auch das Einsortieren ins Bücherregal nochmals außergewöhnlicher, wenn es sich um ein besonders schönes Buch handelt. Die Schönsten der Schönen hat nun die Stiftung Buchkunst ausgewählt und in fünf Kategorien prämiert: die 25 schönsten deutschen Bücher 2015. Diese seien „vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung und zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten“, so die Jury. Aus dieser Vorauswahl wird nun eine weitere Jury ein Buch selektieren, das Anfang September den Preis der Stiftung Buchkunst verliehen bekommt. Lukas Lavater - Baum an BaumMein persönlicher Favorit des vergangenen Jahres wäre J. J. Abrams‘ Schiff des Theseus gewesen – vielleicht war es für eine solche Prämierung jedoch zu sehr auf Design und Aufmachung fixiert. Allerdings kann ich andererseits beispielsweise auch Lukas Lavaters Baum an Baum mit seiner schlichten, klaren Erscheinung viel abgewinnen.

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Impulse in der Leseförderung

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(c) Rolf Kühnast/pixelio.de

logo_deutscherlesepreis„Lesen zu können ist eine der wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaft“, stellen Astrid Kießling-Taşkin, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, heraus. Die beiden Organisationen vergeben seit 2013 gemeinsam den Deutschen Lesepreis. Dieser zeichnet ehrenamtliches Engagement für die Leseförderung aus. Denn knapp ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat große Schwierigkeiten beim Lesen, erläutern die Initiatoren. „Mit dem Deutschen Lesepreis wollen wir Impulse in der Leseförderung setzen und neuen Ideen zur Verwirklichung verhelfen.“ Sowohl Einzelpersonen als auch Schulen oder andere Einrichtungen können sich noch bis 31. Juli mit ihren Lesefördermaßnahmen in folgenden vier Kategorien bewerben: 1) Sonderpreis „Ideen für morgen” zum Thema „Migration und Integration“; 2) Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung; 3) Herausragendes kommunales Engagement in der Leseförderung; 4) Herausragende Leseförderung an Schulen. Viele weitere Informationen finden sich hier: Deutscher Lesepreis.

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Die Leser entscheiden mit

Hotlist 2016 Independent VerlageNeben den bekannten Buchpreisen, die im Rahmen der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig vergeben werden, gibt es auch noch zahlreiche weitere. Einer dieser nicht ganz so im Vordergrund stehenden Buchpreise ist die Hotlist, welche Bücher von unabhängigen Verlagen prämiert. Noch bis 6. Juni läuft hierzu die Bewerbungsphase für die Verlage. Aufgenommen werden die unterschiedlichsten Titel: Lyrik, Prosa, Essays, erzählendes Sachbuch, zeitgenössische oder alte Autoren, deutschsprachige oder übersetzte Titel, das besondere Buch. Im nächsten Schritt entscheiden eine Jury sowie das Publikum (online) ab 24. Juni über die Zusammensetzung der Top Ten der Hotlist. Neben dem Hauptpreis wird auch der Melusine-Huss-Preis ausgelobt, der durch Buchhändler an einen der auf der Hotlist vertretenen Independent-Verlage vergeben wird.

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Netzwerkerin mit viel Herzblut

BücherFrauenIm Rahmen meiner Rückblende Anfang April (Mehr Aufmerksamkeit für weibliche Stimmen“) berichtete ich über die aktuell laufende Abstimmungsphase für den LiBeraturpreis des Vereins Litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, der Werke von Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt auszeichnet. Nun wurde Litprom-Geschäftsleiterin Anita Djafari als BücherFrau des Jahres 2016 ausgezeichnet („Neue BücherFrau des Jahres“), ein Preis der alljährlich vom Netzwerk BücherFrauen/Women in Publishing vergeben wird. Zur Begründung heißt es, dass Djafari eine „unermüdliche Netzwerkerin [sei], die ihre Projekte mit unbändiger Energie und viel Herzblut vorantreibt“ („Mit Herzblut für die Weltliteratur“).

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Urheberpauschale: Verlage gucken in die Röhre

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(c) H.D.Volz/pixelio.de

Schluss mit der Verlagsbeteiligung: Bislang war es gängige Praxis, dass Verlage an der von der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) ausgeschütteten Urheberpauschale, mit der im Wortsinn die Urheber eines Textes honoriert werden sollen, partizipiert haben. Vor einiger Zeit hatte sich hiergegen bereits Widerstand vonseiten zahlreicher Autoren formiert („Wem steht die Urheberpauschale zu?“). Zugleich stand ein Urteil des Bundesgerichtshofs diesbezüglich aus, das in der vergangenen Woche gesprochen wurde: Die Urheberpauschale der VG Wort steht einzig den Autoren zu, die Verlage gehen leer aus (Vgl. Spiegel Online). Doch was bedeutet das Urteil für die Verlage, insbesondere die kleineren? Teilweise wird von einem „Schock“ oder „Desaster“ (literaturcafe.de) sowie einer „erschreckend kurzsichtige[n] Entscheidung“ gesprochen. Wer das Urteil begrüße, sei „blind […] für das, was die Arbeit von Verlagen ausmacht und bedeutet“ (ZEIT Online). Über die Folgen für kleine Verlage, sprach das rbb-Kulturradio mit Verleger Jörg Sundermeier: Welche Folgen hat das VG Wort-Urteil für die Verlage? Die Autoren rund um Initiator Tom Hillenbrand, die sich vehement für eine Änderung der bisherigen Ausschüttungsregelung stark gemacht hatten, können sich mit diesem Urteil bestätigt fühlen. Schon vor Urteilsverkündung machte Hillenbrand klar, dass es hierbei allerdings nicht um Verlagsbashing oder einzig um’s Geld gehe, und signalisierte, an einem weiterhin fairen Ausgleich für die Verlage interessiert zu sein: „Man kann ja gerne darüber reden, ob und in welcher Weise Verlage in Zukunft für Eingriffe in die ihnen übertragenen Nutzungsrechte kompensiert werden sollten. Nur muss man das gemeinsam tun. Diese Frage an den Autoren vorbei oder über ihren Kopf hinweg entscheiden zu wollen, ist, wie sich gerade zeigt, keine gute Idee.“ („Ein paar Anmerkungen zu Urheberpauschale.de“)

Wie es nun weitergeht, bleibt zunächst offen. Eine Revision ist wohl nicht möglich, sondern einzig eine Verfassungsbeschwerde vonseiten der Verlage. Wahrscheinlicher ist allerdings eine Gesetzesänderung durch die Politik – Justizminister Heiko Maas hatte im Vorfeld bereits angedeutet, dies in Erwägung zu ziehen. Als dritte Variante hat Wolfgang Tischer auf literaturcafe.de ein „Leistungsschutzrecht für Buchverlage“ ins Gespräch gebracht, jedoch sogleich eingeschränkt, dass dies „gesamtgesellschaftlich nicht die besten Auswirkungen haben“ (literaturcafe.de) dürfte.

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Mehr Aufmerksamkeit für weibliche Stimmen

Liberaturpreis LitpromManchmal ist es gar nicht so einfach, den Überblick über alle Literaturpreise zu bewahren. Die beiden wichtigsten in Deutschland sind zweifellos die Preise, die im Rahmen der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig vergeben werden. Doch manchmal lohnt auch ein Blick über den Tellerrand hinaus, wobei man überaus interessante Bücher entdecken kann. So vergibt beispielsweise der Verein litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika alljährlich den LiBeraturpreis, der Titel von Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt auszeichnet. „Zugrunde liegt die Tatsache, dass Übersetzungen aktueller Werke von Autorinnen aus den entsprechenden Ländern auf dem deutschen Buchmarkt immer noch stark unterrepräsentiert sind und weiblichen Stimmen nach wie vor eine deutlich geringere mediale Aufmerksamkeit zukommt“, stellt der Verein heraus. Aktuell läuft die Abstimmungsrunde für diesen Publikumspreis, der ebenfalls im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Ein Blick auf die Nominierten zeichnet ein spannendes, abwechslungsreiches Themenbild von Autorinnen jenseits des Mainstreams – einfach mal reinschauen: LiBeraturpreis 2016.

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Anderen eine Lesefreude bereiten

blogger2015Anlässlich des Welttages des Buches, der alljährlich am 23. April das gedruckte Wort würdigt, veranstaltete die Stiftung Lesen regelmäßig die Aktion Lesefreude. Hierbei sollte anderen Menschen, insbesondere Kindern, die Freude am Lesen vermittelt und mit ihnen geteilt werden. Egal ob Freunden, Verwandten oder unbekannten Menschen, die sich womöglich keine Bücher leisten können, konnten auf diesem Weg Bücher geschenkt werden. Als die Stiftung ihre Aktion aussetzte, sind kurzerhand zwei Bloggerinnen eingesprungen und haben Blogger schenken Lesefreude ins Leben gerufen. Hier wird seit kurzem schon zum vierten Mal aufgerufen, anderen Menschen wieder eine Lesefreude zu bereiten. In diesem Jahr soll der Rahmen zugleich etwas weiter gesteckt werden: Es müssen nicht zwingend Bücher verschenkt werden, alternativ sind auch andere Aktionen, wie ein Vorlesetag oder ein Schreibwettbewerb, gerne gesehen. Mitmachen ist ganz einfach: eine kreative Idee, unter bloggerschenkenlesefreude.de anmelden und am Welttag des Buches die Aktion durchführen.

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Darf Compact auf der Leipziger Buchmesse ausstellen? Weiterlesen

Mit kreativen Ideen gegen Onlinehändler

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Eine außergewöhnliche Buchhandlung in Buenos Aires. (c) David [CC BY 2.0, via Wikimedia Commons]

Amazon hatte unlängst angekündigt, zahlreiche eigene stationäre Buchhandlungen eröffnen zu wollen. Zunächst ist das Projekt in Nordamerika vorgesehen, für Europa gibt es wohl noch keine Pläne. Für zahlreiche kleine, unabhängige Buchläden, die es ohnehin schon schwer haben gegen die Onlinehändler, könnte diese zusätzliche Konkurrenz der Todesstoß sein. „Italienische Literatur, amerikanische Raritäten und gelegentlich ein original englischer Snack: Als Buchhändler muss man heutzutage kreativ sein“, weiß die Süddeutsche Zeitung. „Mit welcher Hingabe und Liebe Buchfan Browner sein Geschäft führt, spürt man schon beim ersten Schritt in seinen Laden, der so gar nicht aussieht wie eine normale Buchhandlung. Gedämpftes Licht, gemütliche Atmosphäre, es ist fast, als säße man in John Browners Wohnzimmer. Die dunkelbraunen Bücherregale stehen nicht akkurat an der Wand, sie machen aus dem Raum ein Labyrinth der Weisheit.“

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Die Strahlkraft des westlichen Projekts

„Augenmaß, enorme Sachkenntnis und singuläre Forschungsakribie“: Der bekannte deutsche Historiker Heinrich August Winkler erhält den „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2016“. Mit seiner mehrbändigen Geschichte des Westens hat WinklerOLYMPUS DIGITAL CAMERA ein monumentales Grundlagenwerk zur politischen Entwicklung der wichtigsten westlichen Länder vorgelegt. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass er mit „seiner souveränen Kunst, Analyse und Erzählung zu verbinden und die Vielfalt der Aspekte in eine überzeugende Synthese zu integrieren, […] einem breiten, historisch interessierten Publikum wertvolle Orientierungshilfe [leistet]. Indem dieses Werk an die Strahlkraft des westlichen Projekts erinnert und dessen heutige Geltung immer wieder aufs Neue bekräftigt, ist es unverzichtbar gerade in Zeiten, in denen die Werte des Westens fragiler und angefochtener erscheinen denn je“ (Leipziger Messe)

Heinrich August Winkler

Heinrich August Winkler (c) http://www.stephan-roehl.de / Heinrich-Böll-Stiftung [CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons]

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Er ist wieder da – darf das sein?

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Dreharbeiten zu „Er ist wieder da“. (c) Südwambel [Own work, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

Mehr als 2,3 Millionen Menschen haben inzwischen die Verfilmung von Timur Vermes‘ Er ist wieder da im Kino gesehen. Zum Jahresende laufen dann die Urheberrechte an Adolf Hitlers Nazi-Hetzschrift Mein Kampf aus, eine (kommentierte) Neuauflage wurde bereits angekündigt. Darf das sein? Wird womöglich einem neuen Hitler-Kult der Weg geebnet? „Hitler dient als Projektionsfläche für die vermeintlich dunklen Charakteristika seiner Persönlichkeit, eingedampft auf ‚das Böse'“, meint Helmut Ortner. „Und das Böse ist faszinierend und bedrohlich zugleich. Wir wollen nichts mit ihm zu tun haben und können uns doch nicht davon abwenden. Wir wünschen es aus unserer Welt und benötigen doch seine Anwesenheit.“ (Frankfurter Rundschau)

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Geburtstag einer Kindheitsheldin

(c) ZDF / Jule Roehr

Das „Literarische Quartett“ geht in seine nächste Runde: Am 11. Dezember gastiert Daniel Cohn-Bendit, früherer Europapolitiker und Moderator des „Literaturclubs“ im Schweizer Fernsehen, bei Volker Weidermann, Christine Westermann und Maxim Biller. Besprochen werden Martin Amis‘ Interessengebiet, Bov Bjergs Auerhaus, Durs Grünbeins Die Jahre im Zoo sowie Jane Gardams Ein untadeliger Mann.

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Rückblende

Presseschau: Ein kurzer Abriss der letzten Tage.

(c) ZDF / Jule Roehr

(c) ZDF / Jule Roehr

Beherrschendes Thema der vergangenen Woche war nicht ganz überraschend das neue Literarische Quartett im ZDF. Doch die Kritiker der Kritiker konnte die erste Folge nur bedingt überzeugen: Wolfgang Tischer moniert auf Literaturcafé.de, dass die Sendung „dominiert [war] vom gehetzten Zank der Protagonisten – und einer unglaublich schnellen Schnittfolge. […] Zack, zack, zack, zack! schien das Motto der Sendung zu sein.“ Die NZZ konstatiert gar, „die Auftaktsendung ist so langweilig wie die besprochenen Bücher.“ Weiterlesen

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Presseschau: Ein kurzer Abriss der letzten Tage.

Buchpreis Buchmesse Shortlist

(c) Petra Gass / Börsenverein

„Hunde- und Menschenleben: Deutscher Buchpreis: Die sechs Nominierten stellen sich in Frankfurt vor: Jenny Erpenbeck, Rolf Lappert, Monique Schwitter, Frank Witzel, Inger-Maria Mahlke und Ulrich Peltzer.“ (Frankfurter Rundschau)

„‚Ruhm wird unglaublich überschätzt‘: Der Journalist und Schriftsteller David Lagercrantz spricht in unserem Interview über seine Fortsetzung der Millennium-Trilogie, Umgang mit Kritik und die Liebe zu Lisbeth Salander.“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

„So schön ist es, gehasst zu werden: Die Unterhaltungsschriftstellerin Jennifer Weiner streitet öffentlich mit Kritikerliebling Jonathan Franzen. Schade, dass die deutschen Autoren sich das nicht trauen.“ Weiterlesen

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Presseschau: Ein kurzer Abriss der letzten Tage.

Salman Rushdie ((c) David Shankbone derivative work: Parzi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons)

Salman Rushdie ((c) David Shankbone derivative work: Parzi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons)

„Wir sind doch alle Migranten: Uns fehlt Empathie, sagt Georgi Gospodinov. Von Kindern können wir sie lernen. Klar, dass man den bulgarischen Schriftsteller am besten auf einem Spielplatz trifft.“ (ZEIT)

„Ganz große Action über 800 Jahre: In seinem neuen Roman Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte plädiert Salman Rushdie für das Bündnis der Vernunft mit dem Wunderbaren – und warnt vor religiösem Fundamentalismus.“ Weiterlesen