Die literarische Hölle gibt es

Viele Leser, Feuilletonisten und Branchenkenner vermuteten, dass Martin Walser mit Ein sterbender Mann (Der letzte Ausweg) bereits seinen literarischen Abschied verkündet hatte. Doch der Autor schien noch nicht die Ruhe für diesen neuen Lebensabschnitt gefunden zu haben und setzte sich unmittelbar nach der Veröffentlichung daran, seinem literarischen Lebenswerk ein weiteres Kapitel (dieses Mal vielleicht das letzte?) hinzuzufügen: „Nach einem Buch weiß man ja nie genau, was man tun soll. Und diesmal hat sich der Satz angeboten: »Mir geht es ein bisschen zu gut.« Das konnte ich dann so hinschreiben. Damit fing es an“, beschreibt er in einem Interview („Ich werde nie mehr solch eine Schreibfreude haben“) den Beginn des neuen Werkes. Herausgekommen ist Statt etwas oder Der letzte Rank, ein „Roman einer Selbstbefreiung“ (ebd.). Leider muss man konstatieren: Er hätte doch besser die Vermutungen bestätigt und Schluss gemacht mit dem Schreiben.

Weiterlesen

Advertisements

„Schwer erträgliche Walser-Prosa“ | Rezensionen im Feuilleton

buecherherbst buecherblog rezensionen feuilleton neuerscheinungen

(c) angieconscious/pixelio.de

Ich lasse mich normalerweise nur geringfügig von feuilletonistischen Rezensionen beeinflussen, wenn ich einmal entschieden habe, ein Buch zu lesen. Doch manchmal sollte man besser darauf hören – auch wenn es in diesem Fall zu spät gewesen wäre, da ich das Buch schon gekauft hatte: „Schwer erträglich“ sei diese „kokett-narzisstische Walser-Prosa“, urteilte Spiegel Online über Martin Walsers neuen Roman Statt etwas oder Der letzte Rank, der der erste Titel auf meiner neuen Wunschliste war. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich korrigieren: Es ist unerträglich. Wer etwas besser vorbereitet seine Neuerwerbungen planen möchte, hier eine Auswahl an Rezensionen der vergangenen Tage:

TC Boyle Die Terranauten Hanser Buecherherbst Buecherblog Neuerscheinungen Verlagsvorschau

(c) Hanser

„Öko-Experiment mit unerwarteten Komplikationen: Seine Romane América oder Willkommen in Wellville sind Pflichtlektüre in den Schulen der USA. T.C. Boyle ist mittlerweile ein Klassiker und einer der fleißigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. In Deutschland hat er besonders viele Fans. Jetzt hat Boyle seinen 16. Roman geschrieben: Die Terranauten.“ (NDR)

„Die Marmelade aus dem Jahr 1944: Die Schriftstellerin Beate Teresa Hanika erzählt [in Das Marillenmädchen] über den Holocaust und von den Versuchen der Erinnerung.“ (Frankfurter Rundschau)

Weiterlesen

Meine Wunschliste zum Jahresbeginn

Neuerscheinungen Büchervorschau Verlagsvorschau Buecherherbst BuecherblogNeues Jahr, neue Wünsche: Nachdem ich ausführlich die Verlagsvorschauen der kommenden Monate nach interessanten Neuerscheinungen durchstöbert hatte (Mehr Übersicht bei den Vorschauen), habe ich nun meine neue Bücher-Wunschliste zusammengestellt. Dabei startet das Jahr bereits mit einigen Krachern: Im Januar werden neue Bücher von Martin Walser, T.C. Boyle, Barack Obama sowie Umberto Eco veröffentlicht. Diese Größen der Literatur möchte ich natürlich nicht verpassen, genauso wenig wie die Bücher von beispielsweise Roberto Bolano, Marcel Beyer oder Haruki Murakami, die allesamt noch bis Mitte April erscheinen.

Flüchtlingsliteratur Buechervorschau Neuerscheinungen Buecherherbst Buecherblog refugeeswelcome

(c) IESM / pixelio.de

Doch darüber hinaus freue ich mich auch ganz besonders auf spannende, teils vielleicht vollkommen unbekannte Autoren, die neue Perspektiven eröffnen und in unbekannte Welten entführen. Hierbei habe ich mich entschieden, hauptsächlich ein Thema besonders in den Fokus zu nehmen: „Flüchtlingsliteratur“, also Literatur über Flucht, Einwanderung, über die neue Heimat oder das Fremdsein in dem Land, in dem man lebt und aufgewachsen ist. Einen elementaren Beitrag hierzu haben im vergangenen Jahr bereits Navid Kermani (Einbruch der Wirklichkeit) sowie Michael Köhlmeier (Das Mädchen mit dem Fingerhut) geleistet. Diese beiden Bücher haben mich dermaßen beeindruckt, dass ich in diesem Jahr hieran anschließen und mich zumindest literarisch ein wenig mehr in die Welt der Menschen, die sich auf der Flucht oder auf der Suche nach Heimat befinden, hineinversetzen möchte.

Da es abseits dieses umfassenden, (stets) aktuellen Themenkomplexes auch noch viele weitere Neuerscheinungen zum Jahresbeginn gibt, habe ich meine Wunschliste dahingehend erweitert, dass ich weitere lesenswerte Bücher aufgenommen habe (grün markiert), diese aber nur dann erwerbe, falls sich die zeitliche Gelegenheit ergibt. [Anm. d. V.: Oder vielleicht kaufe ich sie auf jeden Fall und lasse lediglich offen, wann ich sie lese…] Damit ich nicht zu viele Bücher kaufe, die am Ende auf dem SuB versauern, habe ich – mit einer großen (T.C. Boyle) und einer kleineren (Imbolo Mbue) Ausnahme – lediglich Bücher gewählt, die maximal 400 Seiten haben.

Jetzt möchte ich euch zunächst einen Überblick über die Bücher auf meiner Wunschliste (bis Mitte April) geben, die ich auf jeden Fall erwerben werde, folgend stelle ich dann die Bücher nochmals einzeln vor [Die vollständige Wunschliste habe ich euch hier als Dokument zusammengestellt: Bücher-Wunschliste Januar bis April]:

5. Januar: Martin Walser – Statt etwas oder Der letzte Rank (Rowohlt, 176 Seiten)
9. Januar: T.C. Boyle – Die Terranauten (Hanser, 608)
10. Januar: Barack Obama – »Worte müssen etwas bedeuten« (Suhrkamp, 200)
30. Januar: Fatma Aydemir – Ellbogen (Hanser, 272)
30. Januar: Umberto Eco – Pape Satan (Hanser, 208)
16. Februar: Imbolo Mbue – Das geträumte Land (KiWi Verlag, 420)
16. Februar: Tijan Sila – Tierchen unlimited (KiWi Verlag, 222)
24. Februar: Atiq Rahimi – Heimatballade (Ullstein, 200)
13. März: Roberto Bolano – Die romantischen Hunde (Hanser, 208)
16. März: Clemens Meyer – Die stillen Trabanten (S. Fischer, 288)
20. März: Andree Hesse – Der Diversant (Berlin Verlag, 240)
23. März: Emmanuelle Pirotte – Heute leben wir (S. Fischer, 288)
24. März: Heinz Strunk – Jürgen (HundertAugen, 220)
3. April: Emma-Jane Kirby – Der Optiker von Lampedusa (Berlin Verlag, 144)
5. April: Marcel Beyer – Das blindgeweinte Jahrhundert (Suhrkamp, 200)
5. April: Pietro Bartolo/Lidia Tilotta – An das Leid gewöhnt man sich nie (Suhrkamp, 180)
13. April: Haruki Murakami / Kat Menschik – Birthday Girl (DuMont, 80)

Weiterlesen