Global klicken, lokal kaufen: Ist bald Schluss für Buchhandel.de?

logoDie Händler in den deutschen Innenstädten versuchen alles, um den Kampf gegen den Onlinehandel nicht zu verlieren und das Aussterben der „kleinen“ Geschäfte zu verhindern. Das veränderte Einkaufsverhalten der Menschen, die sich oftmals vor Ort beraten lassen oder die Ware genauer anschauen, um letztlich doch online zu kaufen, bedroht die Existenz der Fachhandlungen. Gerade der Buchhandel – vielleicht wenige große Ketten ausgenommen – ist massiv bedroht durch das Abwandern der Kunden in die Onlineshops. Schließlich müssen Buchkäufer das gewünschte Produkt nicht zwingend in den Händen halten (oder anprobieren). Eine Beratung ist ebenfalls nicht unbedingt vonnöten, immerhin handelt es sich nicht um komplizierte Technik, sondern ein Produkt, das wie kaum ein zweites aufgrund von individuellen Vorlieben gekauft wird. Deshalb versuchten die Buchhandlungen gegenzusteuern und richteten eigene Onlineshops ein – also online einkaufen und trotzdem den lokalen Händler unterstützen. Um eine noch bessere Vernetzung und Auffindbarkeit zu erreichen, nutzen hunderte Buchhandlungen die Plattform von Buchhandel.de, die Buy Local mit ihrem Prinzip Global klicken, lokal kaufen hervorragend an die veränderten Begebenheiten angepasst hat.

Jedoch mehren sich die Anzeichen, dass die Buchhandelsplattform nicht rentabel ist und vor einer ungewissen Zukunft steht. So berichtet das Börsenblatt von teils hitzigen Debatten auf der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung – und von Stimmen, die lieber „ein Ende mit Schrecken“ möchten, da viele „Mitglieder […] unter diesen Bedingungen offenbar keine Zukunft für das Gemeinschaftsportal“ sehen (Quelle: Buchtage Leipzig: Hauptversammlung debattiert über buchhandel.de). Sicherlich dürfen wirtschaftliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden – leider stehen sie zumeist ohnehin an vorderster Stelle bei der Betrachtung der Rentabilität -, doch wäre das Ende von Buchhandel.de zugleich ein verheerendes Zeichen, dass gegen Amazon (stellvertretend für die großen monopolistischen Onlineplattformen) kein Kraut gewachsen ist.

Und auch für alle Bücherkäufer hätte es unschöne Auswirkungen Weiterlesen

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Support your local dealer!

WP_20151120_001Die heutige Montagsfrage sagt durchaus einiges über einen Menschen aus:

Buchhandlungen vs. Onlineshop – wo kauft ihr eure Bücher? 22ff9-montagsfrage_banner

Wie ich schon des Öfteren habe anklingen lassen – so auch bei der letzten Fragerunde, an der ich teilgenommen hatte -, bin ich ein absoluter Verfechter der lokalen Buchhandlungen (das Foto zeigt mein bevorzugtes Bücherstübchen in meiner Stadt: Buchhandlung Kirschner) und von #buylocal. Dabei würde ich eine kleine inhabergeführte Buchhandlung vorziehen, da ich mich in einer ruhigen Atmosphäre wohler fühle als in einer großen Kette, bei der oftmals ein reges Treiben herrscht. Schließlich möchte ich auch die Möglichkeit haben, mich entspannt in die Ecke setzen zu können, um einen Eindruck vom Buch zu erlangen.

Zudem hat man nur in einer Buchhandlung die Gelegenheit, sich ganz individuell ein Buch empfehlen zu lassen. Viele haben hierfür gar eigene Regale eingerichtet, in denen Bücher samt eines Leseeindrucks oder einer Minirezension eines Mitarbeiters dargeboten werden. Selbstverständlich nicht vergessen werden darf die wundervolle Möglichkeit, sich im persönlichen Gespräch einen Buchtipp geben zu lassen – probiert es mal aus! In der Buchhandlung finden sich genau die Menschen, nach denen wir Buchverrückte doch suchen: andere Menschen, die Bücher lieben. Ihr werdet schnell erkennen, wie schön es ist, wenn ein Mensch euch ein Buch empfiehlt, für das er/sie brennt.

All dies ist im Onlinehandel nicht möglich.  Weiterlesen

Die Strahlkraft des westlichen Projekts

„Augenmaß, enorme Sachkenntnis und singuläre Forschungsakribie“: Der bekannte deutsche Historiker Heinrich August Winkler erhält den „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2016“. Mit seiner mehrbändigen Geschichte des Westens hat WinklerOLYMPUS DIGITAL CAMERA ein monumentales Grundlagenwerk zur politischen Entwicklung der wichtigsten westlichen Länder vorgelegt. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass er mit „seiner souveränen Kunst, Analyse und Erzählung zu verbinden und die Vielfalt der Aspekte in eine überzeugende Synthese zu integrieren, […] einem breiten, historisch interessierten Publikum wertvolle Orientierungshilfe [leistet]. Indem dieses Werk an die Strahlkraft des westlichen Projekts erinnert und dessen heutige Geltung immer wieder aufs Neue bekräftigt, ist es unverzichtbar gerade in Zeiten, in denen die Werte des Westens fragiler und angefochtener erscheinen denn je“ (Leipziger Messe)

Heinrich August Winkler

Heinrich August Winkler (c) http://www.stephan-roehl.de / Heinrich-Böll-Stiftung [CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons]

Weitere Themen der vergangenen Woche in der Rückblende:

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