„Schwer erträgliche Walser-Prosa“ | Rezensionen im Feuilleton

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Ich lasse mich normalerweise nur geringfügig von feuilletonistischen Rezensionen beeinflussen, wenn ich einmal entschieden habe, ein Buch zu lesen. Doch manchmal sollte man besser darauf hören – auch wenn es in diesem Fall zu spät gewesen wäre, da ich das Buch schon gekauft hatte: „Schwer erträglich“ sei diese „kokett-narzisstische Walser-Prosa“, urteilte Spiegel Online über Martin Walsers neuen Roman Statt etwas oder Der letzte Rank, der der erste Titel auf meiner neuen Wunschliste war. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich korrigieren: Es ist unerträglich. Wer etwas besser vorbereitet seine Neuerwerbungen planen möchte, hier eine Auswahl an Rezensionen der vergangenen Tage:

TC Boyle Die Terranauten Hanser Buecherherbst Buecherblog Neuerscheinungen Verlagsvorschau

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„Öko-Experiment mit unerwarteten Komplikationen: Seine Romane América oder Willkommen in Wellville sind Pflichtlektüre in den Schulen der USA. T.C. Boyle ist mittlerweile ein Klassiker und einer der fleißigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. In Deutschland hat er besonders viele Fans. Jetzt hat Boyle seinen 16. Roman geschrieben: Die Terranauten.“ (NDR)

„Die Marmelade aus dem Jahr 1944: Die Schriftstellerin Beate Teresa Hanika erzählt [in Das Marillenmädchen] über den Holocaust und von den Versuchen der Erinnerung.“ (Frankfurter Rundschau)

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Bittersüße Suche nach Liebe und Glück

thommie-bayer-seltene-affaeren-buecherherbst-buecherblog-rezension-piper-romanPeter Vorden betreibt im französischen Luxeuil-les-Bains gemeinsam mit George und Magali ein Restaurant, zumindest von Montag bis Donnerstag. Er ist finanziell unabhängig, weil er von seinem Stiefvater eine große Hinterlassenschaft geerbt hatte. Deshalb könnte er von Freitag bis Sonntag das Leben, das er in Deutschland verbringt, einfach genießen. Er könnte die Strapazen der Arbeitswelt hinter sich lassen. Doch er hilft stattdessen lieber seinem Zwillingsbruder Paul aus der Patsche. Dieser ist Schriftsteller, allerdings ein eher wenig erfolgreicher, da er kaum mit seiner Zeit und den Abgabeterminen zurecht kommt. Deshalb schreibt Peter Geschichten für ihn, erfolgreiche Geschichten („Mein richtiges Leben, das, in dem meine Fantasie und Erfahrung eine Rolle spielten, wartete am Wochenende auf mich.“). Thommie Bayer erzählt in seinem Roman Seltene Affären von zwei Menschen mit gleichen Interessen und gleicher Sozialisation, deren Lebensidee jedoch an einem Punkt im Leben auf einmal auseinander driftet und sie sich völlig unterschiedlich entwickeln: „Ich weiß nicht, wer von uns beiden zuerst die Idee hatte, Schriftsteller werden zu wollen, vielleicht Paul, vielleicht auch ich. Wir lasen, seit wir das konnten, ein Buch nach dem anderen. Wahllos und gierig. […] Und irgendwann fingen wir an, die Geschichten zu korrigieren, uns gegenseitig zu erklären, was wir anders gemacht hätten, was eigentlich hätte passieren müssen und wie man etwas besser hätte ausdrücken können. Paul blieb dabei, ich verzettelte mich, er schrieb und schrieb, und ich jobbte und reiste und kiffte und bildete mir ein, frei zu sein, weil ich wie ein Schaustellergehilfe lebte.“ Weiterlesen