Tag 2 der lbm19

Politisch war mein zweiter Tag auf der Leipziger Buchmesse: Ex-Innenminister Thomas de Maiziere sprach über die „Innenansichten der Politik“. Anschließend diskutierten Jakob Augstein und Nikolaus Blome über „Oben und Unten“ in der deutschen Gesellschaft; Prof. Nils Franke machte das Gedankenspiel, was passiert, wenn man die „Rechten“ beim Wort nimmt; und die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber berichtete aus dem Innenleben des braunen Sumpfes.

Klarer Höhepunkt war aber die Vorstellung von Bela B.s Debütroman Scharnow auf dem Blauen Sofa – ein absolut skurriles wie auch lesenswertes Buch. Und der Musiker der Ärzte konnte es sich nicht nehmen lassen, wiederholt zu betonen, dass es das Buch bereits auf die Spiegel Bestsellerliste geschafft hat – was er sich direkt auf’s T-Shirt hat drucken lassen.

Hier kommt mein Fotorückblick zu Tag zwei auf der Leipziger Buchmesse:

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Viel Programm bei der lbm19

Leipziger Buchmesse / Leipzig liest vom 21. bis 24. März 2019

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Messehalle

In wenigen Tagen, am kommenden Donnerstag, 21. März, startet die Leipziger Buchmesse 2019 mit einem umfassenden Veranstaltungsprogramm Leipzig liest. Bis Sonntag sind dann rund 3.600 Veranstaltungen an 550 Orten in und um Leipzig zu sehen. Drei Tage lang werde ich via Twitter (@buecherherbst) sowie hier auf dem Blog über das Geschehen vor Ort berichten. Dafür habe ich mir ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Vorderstes Kriterium war, dass die Veranstaltungen auf dem Messegelände stattfinden, da das Pendeln zwischen Messe und sonstigen Veranstaltungen im Stadtgebiet viel Zeit kostet und man hierdurch zugleich einige spannende Veranstaltungen verpassen würde – was nicht bedeutet, dass ein Blick auf das Programm im sonstigen Stadtgebiet nicht lohnenswert wäre. Einen Überblick über das vollständige Programm findet man im Downloadbereich der Messe. Online bietet sich zudem die Möglichkeit, Leipzig liest nach Datum, Genre oder Veranstaltungsart zu durchsuchen oder aber per Les-O-Mat den Zufall entscheiden zu lassen.

Wer ein paar Inspirationen braucht oder keine Lust hat, sich einen eigenen ausführlichen Zeitplan zusammenzubasteln, hier meine vorläufige Planung für Leipzig liest auf dem Messegelände:

täglich

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Wer ist hier das Problem?

Rezension: Leo | Steinbeis | Zorn – Mit Rechten reden. Ein Leitfaden

Mit Rechten reden Rezension Leo Steinbeis Zorn Buecherherbst Buecherblog Klett CottaSpätestens mit dem Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag stellt sich mit Nachdruck die Frage: Kann, soll, darf oder muss man gar mit Rechten, Rechtspopulisten oder Rechtsextremen reden – und falls ja: wie? Für das Autorentrio Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn steht fest, dass eine „Lösung“ des Problems mit rechten Umtrieben jeglicher Couleur nur darin bestehen kann, dass man mit den Rechten redet. Sie versuchen sich mit ihrem „Leitfaden“ Mit Rechten reden an einer Antwort, wie dies Nicht-Rechten gelingen kann, so dass beide Welten vielleicht sogar davon profitieren könnten, aber zumindest so, dass Nicht-Rechte die Rechten klar entlarven, ohne sie gänzlich aus der Welt negieren zu wollen. Als problematisch stellt sich allerdings bereits die Definition dar, wer genau die Rechten sein sollen, um überhaupt zu wissen, wer der Adressat ist. Das heben die Autoren vorab hervor. Jedoch wissen sie auch im Laufe des Buches keine hinreichende Antwort zu geben.

Ausgangspunkt für den Diskurs ist das bedrängende Gefühl im Angesicht der Rechten, mit dem niemand so recht umzugehen weiß, gleich ob es sich um Familienangehörige, Freunde oder Fremde handelt. Die Autoren betrachten Rechte aus der „dialektischen Perspektive“, die „uns selbst mit einschließt“. Dabei stellt sich die Frage: Haben wir – wir Nicht-Rechte – vom Grundsatz her ein Problem mit der Gesellschaft? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Rechten ein Problem mit der liberalen Gesellschaft haben und zugleich als Problem der Gesellschaft in Erscheinung treten? Es sind doch teils verharmlosende Vergleiche, welche die Autoren für das Zusammenleben von Rechten und restlicher Gesellschaft ziehen, beispielsweise der Vergleich mit Beziehungsproblemen. Wer meint, so einfach wie in jeder „normalen“ Beziehung ließen sich die Differenzen lösen, verfehlt die Dimensionen um Welten.

Und für diese Ansicht werde der mutige, wegen seines Freitodes tragischerweise ganz und gar wehrlose Autor nun von der links-liberalen Meinungspolizei mit Zensur und Verachtung gestraft. Opfer, schon wieder ein unschuldiges Opfer! Leute, kauft Opfer! Frische Opfer, reife Opfer! Bittersüße, achselschweißsaure, tränensalzige Opfer! Deutsche! Kauft, werdet, seid Opfer!

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