Ganz New York liest das gleiche Buch

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New York. (c) Michael Klapsing/pixelio.de

Vielleicht mag man denken, Büchertreffen oder ähnliche literarische Zusammenkünfte sind vollkommen antiquiert in der heutigen digitalen Welt. Wofür muss man sich begegnen, wenn man über Bücher sprechen möchte? Dies ginge doch ebenso über Twitter, Facebook oder andere Foren – was ohnehin häufig so praktiziert wird. Doch das Verlangen nach zwischenmenschlichem, persönlichem Kontakt steigt wieder in der Gesellschaft. Immer häufiger verabreden sich Menschen (über die sozialen Netzwerke), um gemeinsam zu lesen, Bücher zu tauschen oder über Bücher zu sprechen.

Ein gigantisches Projekt dieser Art soll jetzt in New York arrangiert werden: Unter dem Titel One Book, One New York (Eine Stadt als Lesekreis / Spiegel Online) sollen die Bürger der Millionenmetropole alle das gleiche Buch lesen und anschließend bei öffentlichen Veranstaltungen darüber diskutieren. Aktuell läuft die Abstimmungsphase, welches Buch gemeinsam gelesen werden, ab 1. März startet dann die Lesephase. Zur Auswahl stehen Ein Baum wächst in Brooklyn von Betty Smith, Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie, Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao von Junot Díaz, Zwischen mir und der Welt von Ta-Nehisi Coates und The Sellout von Paul Beatty. Man darf also einerseits gespannt sein, welches der Bücher gewählt wird, und andererseits, ob die Idee dieses Mega-Lesekreises auch wirklich funktioniert.

Weitere Themen der vergangenen Tage in der Rückblende:

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Shida Bazyar. (c) Amrei-Marie (Own work) [CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons]

„Trumps Einreisebann: Ich, das Sicherheitsrisiko. Für die iranischstämmige Schriftstellerin Shida Bazyar ist er Anlass, sich an ihre tägliche Unfreiheit als Migrantin zu erinnern.“ (Welt Online)

„Greifswald erinnert mit Festival an Fallada: »Wer lebt, wird erleben!« Das hat Hans Fallada gesagt. Und tatsächlich: Sein ganzes Leben glich einem aufregenden Roman.“ (NDR)

„Thea Dorn, Schriftstellerin und Moderatorin, nimmt Maxim Billers Platz im Literarischen Quartett ein – und wird wohl vieles ganz anders machen als ihr Vorgänger.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Einmal heißen Scheiß, bitte! Literatur im Fernsehen – das funktioniert selten. Beim Bachmannpreis quälen sich oft Lesende und Zuhörer. Ein Juror verrät, wie Texte aussehen müssten, die das ändern.“ (ZEIT Online)

„So etwas gab es noch nie: Der Ire [Sebastian Barry] erhält zum zweiten Mal den mit 35.000 Euro dotierten Costa-Literaturpreis, der nach dem Booker-Preis zum wichtigsten britischen Literaturwettbewerb gehört.“ (Der Tagesspiegel)

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Roger Willemsen. (c) blu-news.org [CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons]

Roger Willemsen schrieb zahlreiche Bestseller, begeisterte als Fernsehmoderator und legte seit Jahren für NDR Kultur auf. Vor einem Jahr am 7. Februar 2016 ist Willemsen gestorben. Er wurde 60 Jahre alt. NDR Kultur erinnert an den Autor und Moderator.“ (NDR)

„Zur Zeit von Heinrich Böll waren Schriftsteller und Intellektuelle anders angesehen als heute, sagt der Schriftsteller Frank Witzel. Er plädiert dafür, dass für Literaten heute vor allem die Arbeit am eigenen Werk im Vordergrund stehen sollte.“ (Deutschlandradio Kultur)

Frankfurter Buchmesse: Wie sich Paris auf den Gastlandauftritt vorbereitet“ (Der Tagesspiegel)

„Das Literaturfestival lit.Colgone hat Kapazitätsprobleme: Auf der Suche nach neuen Orten für neue Veranstaltungen findet sie im Ruhrgebiet zahlungskräftige Partner. Dass die bisher wenig für Literatur übrig hatten, soll nicht stören.“ (Frankfurter Allgemeine)

„Der Machtwechsel in den USA hat Auswirkungen auf Israel: Dass mit Donald Trump ausgerechnet die Hardliner Rückenwind bekommen, ist für drei Autoren des Landes bitter. Dorit Rabinyan und Lizzie Doron hadern gewaltig mit ihrer Heimat – und Assaf Gavron will manchmal nur noch weg.“ (Deutschlandradio Kultur)

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4 Kommentare zu “Ganz New York liest das gleiche Buch

  1. Mir gefallen deine Überblicke sehr gut! Einige Themen habe ich selbst schon entdeckt, finde aber immer auch etwas Neues. Das New York Projekt – da bin ich auch gespannt – sowohl was die Abstimmung ergibt, als auch wie es angenommen wird. Im kleinerem Rahmen führen das deutsche Städte ja schon sehr erfolgreich durch, z.B. „Frankfurt liest“. Viele Grüße, Petra

    Gefällt 2 Personen

      • Frankfurt liest ein Buch gibt es schon seit 2010 und wird sehr gut angenommen. Es werden immer Bücher mit einem Bezug zur Stadt gelesen und jede Menge Veranstaltungen dazu geboten. Ist wirklich eine feine Sache (obwohl ich erst einmal mitgelesen habe).

        Gefällt 1 Person

      • Ah, interessant, habe noch nie vorher von dieser Reihe gehört. Hier in der Kölner Gegend gibt es eigentlich etwas ähnliches (wenn ich genauer darüber nachdenke), nämlich „Ein Buch für die Stadt“, initiiert von Literaturhaus und KStA. Einzig der direkte Bezug zur Stadt ist nicht gegeben.

        Gefällt 1 Person

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