Unvermeidbar [Nachtrag]

WP_20160108_004Eigentlich bin ich am Freitag in die Buchhandlung gegangen, da ich davon hörte, dass dort Taschenkalender inzwischen zu günstigen Preisen zu erwerben sind. Wie es üblich ist für einen Text, der mit „eigentlich“ startet, geriet der Plan schnell in Vergessenheit – es ist nunmal illusorisch, eine Buchhandlung ohne Neuerwerbungen zu verlassen.

Zufällig fiel mein Buchhandlungsbesuch auf den Erscheinungstag von Martin Walsers neuen Roman, Ein sterbender Mann, den ich also einpackte. Beim Stöbern am Regal der Neuerscheinungen und Empfehlungen sprach mich zudem einer der Mitarbeiter an und bat seine Hilfe an. Da seine ersten beiden Empfehlungen bereits in meinem Bücherregal stehen und ich die Verfilmung seiner dritten (Der Totgeglaubte) erst vergangene Woche im Kino gesehen habe, griff ich bei der ersten mir noch nicht bekannten Empfehlung zu: Ralf Rothmanns Im Frühling sterben – die wortthematische Ähnlichkeit der genannten Titel ist dabei zufällig.

Zumal ich zu beiden Titeln noch nicht viel sagen kann, folgend die Infos, welche die Verlage zur Hand geben:

U1_XXX.inddMartin Walser – Ein sterbender Mann

Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als „Nebenherschreiber“ erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie hätte verraten dürfen: Carlos Kroll, seinem engsten und einzigen Freund seit 19 Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Theo Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau, in der Schellingstraße in München. Und weil er glaubt, er könne nicht mehr leben, wenn das, was ihm passiert ist, menschenmöglich ist, hat er sich in einem Online-Suizid-Forum angemeldet. Da schreibt man hin, was einem geschehen ist, und kriegt von Menschen Antwort, die Ähnliches erfahren haben. Das gemeinsame Thema: der Freitod. Eines Tages, er wieder an der Kasse, löst eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick. […] Martin Walsers neuer Roman über das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.

(Quelle: Rowohlt)

 

42475Ralf Rothmann – Im Frühling sterben

„Sprach ich meinen Vater in der Kindheit auf sein starkes Haar an, sagte er, das komme vom Krieg; man habe sich täglich frischen Birkensaft in die Kopfhaut gerieben. Ich fragte nicht weiter nach, hätte wohl auch, wie so oft, wenn es um die Zeit ging, keine genauere Antwort bekommen. Die stellte sich erst ein, als ich Jahrzehnte später Fotos von Soldatengräbern in der Hand hielt und sah, dass viele Kreuze hinter der Front aus jungen Birkenstämmen gemacht waren.“

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – „Fiete“ – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund…

(Quelle: Suhrkamp / Insel)

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